FU Pressemitteilung: Kostenlose Schulungen für die ehrenamtliche Sprachbegleitung von Flüchtlingen

Kostenlose Schulungen für die ehrenamtliche Sprachbegleitung von Flüchtlingen, Pressemitteilung
Freie Plätze für einen Kurs vom 20. bis 22. Februar sowie Terminen im März

Der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache der Freien Universität Berlin bietet im Februar und März kostenlose zwei- und dreitägige Weiterbildungen zur Vermittlung von Sprachkenntnissen an Flüchtlinge an. Die Kurse richten sich an ehrenamtliche Helfer in der Flüchtlingshilfe und umfassen Basiskenntnisse für das Lehren des Deutschen als Fremdsprache. Der nächste Kurs findet vom 20. bis 22. Februar statt. Anmeldungen sind per E-Mail möglich an: daf@welcome.fu-berlin.de

Teil der Schulungen sind die Aussprachelehre, Grundlegendes zur Methodik und Didaktik des Deutschen als Fremdsprache. Es geht um eine Einführung in die Herkunftssprachen geflüchteter Menschen und wie sich diese auf den Erwerb des Deutschen auswirken. Die kostenlosen Schulungen sind offen für alle Interessierten, die sich bereits in der ehrenamtlichen Sprachbegleitung engagieren oder dies gerne in Zukunft machen möchten.
Vorkenntnisse in der Sprachlehre sind nicht erforderlich.

Die Weiterbildung zählt zum Angebot des Welcome@FUBerlin-Programms der Freien Universität Berlin, das geflüchteten Menschen den Zugang zum Studium erleichtern soll. Das Verbundprojekt für die Ausbildung von Sprachbegleitern läuft unter Führung des Instituts für deutsche Sprache und Kultur an der Universität Halle-Wittenberg. Die Lehrmaterialien und das Kurskonzept wurden von einer Arbeitsgruppe an der Universität Bamberg entwickelt, die nun durch die weiterkommen gGmbH vertreten wird. An der Freien Universität Berlin wurden diese Materialien auf die Berliner Situation bezogen ergänzt. Weiterer Partner ist der Arbeitsbereich Deutsch als Fremdsprache an der Universität Dortmund. Das Projekt wird durch das Bundesministerium des Innern gefördert. Teilnehmer erhalten ein Zertifikat, in dem die Kursinhalte aufgeführt sind und die erfolgreiche Teilnahme bescheinigt wird.
Zu Schulungen an folgenden Terminen können sich Interessierte unter daf@welcome.fu-berlin.de<mailto:daf@welcome.fu-berlin.de anmelden

Dreitägige Schulung:
Montag, 20. Februar bis Mittwoch, 22. Februar, jeweils von 10
Uhr bis 14:30 Uhr

Zweitägige Schulungen:
Freitag 3. März; Freitag 10. März jeweils von 9 Uhr bis 17 Uhr
Samstag 4. März und Samstag 11. März jeweils 9 Uhr bis 17 Uhr

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Veranstaltungsort ist die Habelschwerdter Allee 45 (Rostlaube) der Freien Universität Berlin. Die Raumnummer wird nach Anmeldung bekanntgegeben.

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Anhänger von SPD und Grünen wollen Ausländer mitwählen lassen

Sollen Ausländer in Deutschland ein Wahlrecht erhalten? Eine Mehrheit der SPD- und Grünen-Anhängern ist dafür, ergab eine exklusive Umfrage für die „Welt“. Das „Ja“ der Befürworter hat jedoch eine Schwäche.

Anhänger von SPD und Grünen wünschen sich eine Änderung des Wahlrechts zugunsten von Nicht-EU-Bürgern. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die „Welt“. Dabei ging es darum, ob Nicht-EU-Bürger, die dauerhaft in Deutschland wohnen, ein Mitbestimmungsrecht in der kommunalen Politik haben sollten. Das hatte zuvor eine Expertenkommission unter dem Vorsitz der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Aydan Özoguz vorgeschlagen.

In der Umfrage spricht sich unter Anhängern der Sozialdemokraten eine Mehrheit von 63,7 Prozent für eine entsprechende Wahlrechtsänderung aus. Bei Grünen-Wählern sind es 64,8 Prozent. Auch Anhänger der Linkspartei befürworten diese Idee mehrheitlich (51,9 Prozent). Ablehnung für ein solches eingeschränktes Wahlrecht äußern dagegen viele Anhängern der CDU und FDP: Dort sprechen sich 65,3 Prozent bzw. 65 Prozent der Befragten gegen diese Idee aus. Nahezu alle befragten AfD-Wähler lehnen den Vorschlag ab (96,9 Prozent).

Blendet man die Parteivorlieben unter den Befragten aus, lehnt insgesamt die Mehrheit den Vorschlag ab: 57,2 Prozent sind gegen ein Wahlrecht für Bürger, die keinen Pass eines EU-Staates besitzen.

Das zaghafte „Ja“ der Befürworter

Während der Befragung ließ sich eine interessante Beobachtung machen. Deutsche, die das Wahlrecht für Ausländer ohne EU-Pass ablehnen, tun das sehr vehement. 42,9 Prozent sagen „Nein, auf keinen Fall“. Das ist mit Abstand der Spitzenwert unter allen Antwortmöglichkeiten. Die Befürworter vertreten ihre Meinung dagegen vergleichsweise zaghaft. Nur 16,2 Prozent der Befragten bekennen sich mit einem „ Ja, auf jeden Fall“ dafür.

Betrachtet man die Abstimmung im Detail, fällt ein weiterer Punkt auf: Junge befürworten eher ein Wahlrecht für Ausländer. 55,6 Prozent der Befragten im Alter zwischen 18 und 29 Jahren unterstützen den Vorschlag. Jedoch gibt auch in dieser Altersgruppe zumindest jeder Dritte (32,8 Prozent) an: „Nein, auf keinen Fall“. Die größte Ablehnung findet sich unter Teilnehmern im Alter zwischen 50 und 64 Jahren. 68,1 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe lehnen die Idee für das vorgeschlagene Wahlrecht ab. Männer und Frauen stimmen bei dieser Umfrage nahezu überein – bei Männern findet der Vorschlag etwas stärkere Zustimmung.

Widerstand in der CDU

Die Expertenkommission hatte die Änderung des Wahlrechts vorgeschlagen, als sie das „Leitbild für die Einwanderungsgesellschaft“ erarbeitete. Die Autoren halten die Möglichkeit, über Fragen im eigenen Lebensumfeld mitzuentscheiden, für einen Teilhabefortschritt.

In den Reihen der CDU stieß die Kommission damit auf Widerstand. Der Justiziar der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl, hielt diese Idee für verfassungswidrig. „Das Wahlrecht, mit dem das Volk die Staatsgewalt ausübt, setzt nach der Konzeption des Grundgesetzes die deutsche Staatsangehörigkeit voraus“, sagte Uhl.

Bei der Umfrage handelt es sich um eine dauerhaft laufende Befragung. Aus diesem Grund können die hier im Widget angezeigten Ergebnisse von den Ergebnissen im Artikel abweichen. Zum Stand der Ergebnisermittlung der repräsentativen Online-Umfrage wurden unter allen Wahlberechtigten in Deutschland 5005 Teilnehmer im Zeitraum von 16. Februar bis 17. Februar 2017 um 12:44 Uhr berücksichtigt. Der statistische Fehler des Gesamtergebnisses beträgt 2,5 Prozent.

Zur Civey-Methodik:

Das Umfrageinstitut Civey arbeitet in der Berechnung der repräsentativen Ergebnisse mit einem mehrstufigen Verfahren. Der erste Schritt ist ein sogenanntes Riversampling. Dabei werden alle Umfragen in einem Netzwerk aus über 4000 Websites ausgespielt, um alle Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Der zweite Schritt sind geprüfte Panel-Teilnehmer: Bei der Berechnung der Ergebnisse werden nur registrierte Teilnehmer berücksichtigt. Aus diesen registrierten Nutzern zieht Civey eine quotierte Stichprobe nach folgenden Merkmalen: Alter, Geschlecht, Bevölkerungsdichte und Zeitpunkt der Stimmabgabe. In einem dritten Schritt werden die Ergebnisse schließlich nach Wertehaltungen und weiteren soziodemographischen Faktoren der Abstimmenden gewichtet, um final etwaige Verzerrungen zu korrigieren und Beeinflussung durch Interessensgruppen zu verhindern.

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ASYL VON CHRISTEN: BAMF wegen Kopftuch-Praxis kritisiert

Ausgerechnet eine Muslimin mit Kopftuch bearbeitet Asylanträge verfolgter Christen. Problematisch findet das der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach. Die Nürnberger Behörde aber verteidigt diese Praxis.

Vor ein paar Tagen traf Wolfgang Bosbach in seinem Wahlkreis in Nordrhein-Westfalen eine Familie, die Asyl in Deutschland beantragt hatte. Die Menschen berichteten ihm davon, dass sie als Christen aus dem Irak geflüchtet waren, aus Angst vor gewaltbereiten Islamisten. Bosbach, der sich als Innenpolitiker schon lange mit dem Thema Asyl beschäftigt, hörte zu.

Schließlich erzählten sie ihm von den Stunden, als sie ihren Asylantrag in einer der vielen Außenstellen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stellten. Den Irakern saß demnach beim Stellen des Antrags eine BAMF-Mitarbeiterin mit Kopftuch gegenüber. Ausgerechnet sie also sollte darüber entscheiden, ob die Christen hierzulande einen Schutzstatus erhalten werden.

Insgesamt rund 97.000 Iraker stellten im vergangenen Jahr einen Asylantrag in Deutschland. Der Irak ist damit eines der Hauptherkunftsländer. Im Monat Januar waren 64,6 Prozent der Asylanträge von Irakern erfolgreich. Die Familie, die mit Wolfgang Bosbach sprach, wurde jedoch abgelehnt. Die Iraker erzählten ihm, dass sie sich benachteiligt fühlten, weil ausgerechnet über ihren Antrag jemand mit Kopftuch zu entscheiden hatte.

Wolfgang Bosbach kann das nachvollziehen. Wenn diese Christen ihr „Verfolgungsschicksal einer Kopftuch tragenden Muslima schildern müssen, dann habe ich Verständnis für die Besorgnis der Antragsteller, dass über ihren Antrag möglicherweise nicht ausschließlich objektiv und vorurteilsfrei entschieden werden könnte“, sagt der Innenexperte.

Seiner Meinung nach kommt es in solchen Fällen nicht darauf an, ob die zuständige Mitarbeiterin „tatsächlich befangen ist oder nicht“. Es zähle lediglich, „ob die Antragsteller Grund zu der Befürchtung haben, dass über ihren Antrag möglicherweise nicht objektiv entschieden werden könnte“.

Eine solche Befürchtung wiederum sei in solchen Fällen „meiner Überzeugung nach nicht völlig unbegründet“, sagt Bosbach. „Deshalb ist es für mich unverständlich, warum nur Muslime im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge darüber entscheiden sollen, ob Christen, die vor radikalen Muslimen geflohen sind, in der Bundesrepublik Deutschland ein Bleiberecht erhalten oder nicht.“

„Frauen dürfen am Arbeitsplatz ein Kopftuch tragen“

Für das Bundesamt mit Hauptsitz Nürnberg sind solche Diskussionen nicht neu. Im vergangenen Sommer antwortete der damalige BAMF-Chef Frank-Jürgen Weise in einem Interview auf die Frage, ob man etwa bei einem Praktikum in einer öffentlichen Einrichtung das Kopftuch abzulegen habe: „Nein, das halte ich nicht für sinnvoll. Wenn sich das Tragen eines Kopftuchs nicht in einem Verhalten niederschlägt, das unseren Werten widerspricht, dann ist das als Kleidungsstück in Ordnung.“ Dann habe er kein Problem damit, sagte Behörden-Chef Weise.

Vollverschleierter Talk-Gast sorgt für Empörung
Bei „Anne Will“ wurde über den Islam diskutiert. Zu Gast war auch Nora Illi, Frauenbeauftragte des „Islamischen Zentralrats Schweiz“. Die vollverschleierte Frau sorgte mit ihren Thesen für viel Aufregung.

Quelle: Die Welt
Ähnlich lautet die Antwort, die das BAMF gibt, wenn es auf den geschilderten Fall angesprochen wird. „Grundsätzlich gilt: Frauen dürfen am Arbeitsplatz ein Kopftuch tragen, und der Arbeitgeber kann das nur einschränken, wenn es sachliche Gründe dafür gibt wie beispielsweise Sicherheit am Arbeitsplatz, Störung des Betriebsfriedens etc.“, erklärte eine Sprecherin.

Bosbach überzeugt das nicht. „Offensichtlich ist es für das BAMF kein ,sachlicher Grund’, wenn Asylbewerber befürchten, dass die Interviewerinnen oder Entscheiderinnen beim BAMF ihren Antrag nicht völlig unbefangen, neutral und frei von Vorurteilen prüfen könnten“, sagt der Abgeordnete. „Diese Argumentation ist für mich nicht nachvollziehbar.“

Iraker haben Klage gegen Entscheidung eingereicht

Doch auch die dem BAMF übergeordnete Behörde, das Bundesinnenministerium, vertritt diese Position, wie das Haus von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) auf Nachfrage mitteilte. In einem Erlass aus dem Jahr 2014 zu der „Frage des religiös motivierten Tragens eines Kopftuches von Beamtinnen oder weiblichen Tarifbeschäftigten“ heißt es: Das Grundgesetz überlasse es „dem Einzelnen grundsätzlich, selbst zu entscheiden, welche religiösen Symbole er anerkannt und verehrt und welche er ablehnt“. Das Kopftuch sei, anders als das christliche Kreuz, zwar nicht „aus sich heraus ein religiöses Symbol“, steht in dem Erlass. „Im Zusammenhang mit der Person, die es trägt, und mit deren sonstigem Verhalten kann es jedoch eine vergleichbare Wirkung entfalten.“

Für den Bereich der Bundesverwaltung bestehe „weder eine beamtenrechtliche noch eine tarifrechtliche Regelung, die das Tragen sichtbarer religiöser oder weltanschaulicher Symbole“ untersage. Das Fazit lautet schließlich: „Zur Gewährleistung einer einheitlichen Verfahrensweise im Geschäftsbereich des Bundesinnenministeriums ist daher das religiös motivierte Tragen eines Kopftuches zu gestatten.“

Nach Angaben von CDU-Innenexperte Bosbach haben die Iraker mittlerweile Klage gegen die Entscheidung des Bundesamtes für Migration eingelegt. Er sagt, sie befürchteten, dass „über ihre Klage jetzt auch noch von einer Richterin entschieden wird, die ebenfalls ein Kopftuch trägt“.

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Interaxion ruft AG Wohnen für Geflüchtete ins Leben

Interaxion hat staatlich/bezirklich den Auftrag, bei der Wohnraumsuche für Geflüchtete zu unterstützen, ein Teil von InteraXions Aufgabenspektrum Handreichungen zu verschiedenen Themen zu erstellen.

Diese wollen eine Bündelung der Ressourcen hinbekommen (Ehrenamtliche, Sozialarbeiter, etc).

Interaxion Idee wäre somit eine AG Wohnen für Geflüchtete ins Leben zu rufen, die sich im dreimonatigen Turnus zusammensetzt um sich über Herausforderungen und administrative Neurerungen auszutauschen.

Auch wuerde Interaxion gerne Leitung und Organisation der AG übernehmen und schlägt als ersten Termin den 27.02.2017, 18:00 Uhr im Zentrum für Demokratie vor.

Bei dem ersten Treffen geht es darum, die Erwartungen zu klären und zu überlegen, wie sich das bereits bestehende Engagement der Unterkünfte und Willkommensinitiativen mit dem Angebot von InteraXion ergänzen kann. Eingeladen sind die Wohnraum-Beauftragten der Unterkünfte, andere interessierte Mitarbeiter*innen, die Willkommensinitiativen und engagierte Einzelpersonen, die sich dem Thema Wohnraum widmen.

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HTW Berlin: Bewerbungen für die neuen Integra-Programme zum Sommersemester 2017 noch bis Ende Februar möglich!

Die HTW Berlin nimmt bis Ende Februar Bewerbungen für die neuen Integra-Programme an. Es werden im Sommersemester zwei parallele Kurse für Geflüchtete angeboten:
– B2-Sprachkurs & Fachpropädeutikum Ingenieurwesen und Informatik
– C1/ DSH-Sprachkurs

Für beide Programme können sich Geflüchtete bewerben; immer freitags von 14-17 Uhr im Studierendenservicecenter (Treskowallee 8, Raum A040). Dort werden die Unterlagen gemeinsam mit Studierenden ausgefüllt und die Zeugnisse kopiert. Die Auswahl der Teilnehmer_innen findet Anfang März statt.

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VIDEO – Syrische Islamwissenschaftlerin: „Viele sind ohne Not gekommen. Sie waren bereits in Sicherheit, sie hatten Arbeit, sie hatten eine Existenz“

Mutige syrische Islamwissenschaftlerin spricht über Flüchtlinge, Islam uvm.
VIDEO: Hier (40 Minuten lang)

Transkript der ersten 3 1/2 Minuten des 40 Minuten langen Videos:

Ich kann hier nicht mehr Schweigen.

Also, man muss sagen dass es eine riesengrosse Diskrepanz gibt zwischen den Nachrichtenberichtserstattungen und der realen Situation in Syrien.

Ich bin in Syrien geboren, hab noch einen Teil meiner Familie in Syrien, ein Teil ist weggegangen. Politisch motiviert, aber auch muss man sagen, wirtschaftlichspolitisch motiviert.

Mein Halbbruder ist in Syrien, seine Töchter studieren dort, mein Cousin ist Tanzlehrer an der Universität, wenn man facebookeintraege sieht merkt man das ist wie bei uns hier in Wien, also das Leben funktioniert noch.

Natürlich hat sich vieles verändert. Die Preise sind explodiert, Stromausfälle gibt es ganz viele, also das Leben ist anstrengender geworden, keine Frage.

Und es ist auch keine Frage das Assat einerseits natürlich seine Gegner verfolgt hat, eingesperrt gefoltert und ermordet hat, auf der anderen Seite haben wir aber auch die Islamisten die die Leute schikanieren und verfolgen, teilweise Muslime selbst die nicht nach ihrer Ideologie leben wollen,
aber auch Christen und viele andere Minderheiten, religiöse, Drusen, und so weiter, Aleviten, …

Aber in Syrien selber gibt es genug Fläche, Städte, Regionen, Gebiete, die nicht umkämpft sind, wo es funktioniert, wo es eine funktionierende Infrastruktur gibt, mit medizinischer Versorgung, Ausbildung, Arbeit, Studium. Das heisst, man kann entweder innerhalb von Syrien natürlich nach Schutz suchen, oder in den Nachbarländern. Wir haben Libanon, wir haben Jordanien, die Türkei, wo die Menschen bereits in Sicherheit waren. Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung berichten. Zwei meiner Neffen sind bereits im Jahr des Konflikts, 2011, in die Türkei ausgereist weil sie nicht in den militärischen Konflikt einbezogen werden wollten.

In der Türkei hatten sie sogar eine Wohnung und Arbeit , beide, das ist wie ein sechser im Lotto, und sind dann aber 2015, als die ganzen Grenzen in Europa gefallen sind, gekommen. Haben sich auf den Weg gemacht. Dann wurde das gestoppt, hingen dann in Serbien fest, haben mich dann angerufen “Tante kannst Du mich abholen”? Natürlich nicht.

Was ich sagen will damit ist: Sie sind ohne Not gekommen. Sie waren bereits in Sicherheit, sie hatten Arbeit, sie hatten eine Existenz.

Man muss dazu sagen das dieser Wunsch nach Europa zu kommen, speziell nach Deutschland, Österreich oder auch Schweden schon seit Jahrzehnten in den Köpfen rumspuckt. Weil es natürlich hier Wohlstand gibt, weil es auch eine stabile Gesellschaft gibt, auch keine politische Verfolgung. Das kann man auch niemanden verübeln, jeder Mensch hat das Recht nach seinen Glück zu streben.

Aber es ist ein Unterschied, ob ich mich als Flüchtling ausgebe der verfolgt ist, oder ob ich einfach nur dass Land aussuche das mir die höchste soziale Leistung bietet.

Und wenn das so weiter geht werden unsere sozialen Systeme kollabieren. Das
Gesundheitswesen leidet, Pensionskassen, wer soll das alles bezahlen wenn sowenige einzahlen? Es wird kollabieren. Wir müssen uns wirklich anschauen wer hat wirklich Anspruch auf Asyl.

SIE POSITIONIEREN SICH EIGENTLICH GEGEN IHRE EIGENEN LANDSLEUTE:

Nicht pauschal. Einzelfallprüfung.
Meine Cousine zB. war Reporterin, die war wirklich verfolgt. Die musste erst in die Türkei, ist dann weiter nach Schweden. Sie wurde wirklich persönlich bedroht vom Geheimdienst.
Aber auch ein grosser Teil meiner Familie sind so gekommen” Schauen wir uns mal Deutschland an, Österreich an.” Muss ich ganz klar sagen.

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Deutschkurse für Geflüchtete ohne Anspruch auf einen Integrationskurs I BERLIN

Die aktuellen Deutschkurse für Geflüchtete ohne Anspruch auf einen Integrationskurs finden Sie auf der neuen Homepage der Volkshochschule VHS

Die Seite kann in allen relevanten Flüchtlingssprachen aufgerufen werden (siehe rechtes Bedienfeld) Unter „Alle Kursdetails“ finden Sie das aktuelle Angebot an Geflüchtetenkursen.

Viel Erfolg!

Veröffentlicht unter AG F+M Deutschunterricht/Deutschkurse für Flüchtlinge und Asylsuchende - (منظمة لمساعدة اللاجئين و حقوق الانسان (تعليم اللغة الالمانية, BERLIN, Treptow-Köpenick

25.01.2017: Jobbörse für Flüchtlinge & Migranten, Estrel Hotel Berlin, Sonnenallee 225, 12057 Berlin

Bei der Jobbörse für Geflüchtete und Migranten finden Menschen, die neu in Deutschland angekommen sind, Informationen und Angebote für den beruflichen Start. Über 200 Arbeitgeber präsentieren unterschiedliche Ausbildungsberufe und Jobs. In Vorträgen werden Informationen zum deutschen Arbeitsmarkt und verschiedenen Berufen vorgestellt. Die Jobbörse ist offen für alle Geflüchteten und Migranten. Bitte beachten Sie, dass für viele Tätigkeiten deutsche und/oder englische Sprachkenntnisse eine Voraussetzung sind. Wir empfehlen nur an der Veranstaltung teilzunehmen, wenn diese Sprachkenntnisse vorhanden sind. Zudem empfehlen wir allen Teilnehmern sich auf die Jobbörse vorzubereiten und einen Lebenslauf mitzubringen. Weitere Informationen

Veröffentlicht unter AG-F+M Arbeitsgruppe Flucht+Menschenrechte منظمة لمساعدة اللاجئين و حقوق الانسان, Arbeitsmarkt für Flüchtlinge, Flüchtlinge - اللاجئين, Gleichberrechtigung I د جندر مساوات I Gender equality I المساواة بين الجنسين

PFLEGEBASISKURS FÜR GEFLÜCHTETE UND MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND

Die Maßnahme bietet eine Qualifizierung, um Geflüchtete in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Weiterbildung reagiert hiermit auch auf den Pflegekräftemangel und den steigenden Bedarf genügend fachkundiges Personal für die Betreuung und Pflege von Menschen sicher zu stellen. Mit unserem Kooperationspartner, der VHS Steglitz können wir in Ergänzung dieser 3 monatigen Vollzeitmaßnahme auch einen Integrationskurs anbieten, um die Teilnehmer sowohl sprachlich als auch fachlich zu schulen. Ein Schwerpunkt der Weiterbildung ist ein 4 wöchiges Praktikum, das bei kooperierenden Pflegeeinrichtungen absolviert werden kann, mit der Perspektive auf eine potentielle, künftige Beschäftigung. Für weitere Details steht Ihnen David Oesinghaus als Projektleiter jederzeit gerne zur Verfügung. Er freut sich auf Ihren Anruf: 030. 28 32 702 oder Ihre E-Mail: oesinghaus@garagelernhaus.de . Weitere Informationen können Sie dem beigefügten Flyer „Flyer_Pflegebasis_JC“ entnehmen.

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FEZ PORTRAIT= über syrischen Ausbildungsteilnehmer von „Rettung in Sicht“

ezzrat-copyEzzat Mardini war fünf Jahre Schwimmtrainer der syrischen Nationalmannschaft. Seine beiden ältesten Töchter schwammen für die Jugendnationalmannschaft. Nach dem Beginn der Unruhen 2011 ging er als Trainer nach Jordanien. Für seine Töchter aber gab es dort keine berufliche Perspektive. Ende 2015 floh die Familie nach Deutschland.
Ezzat Mardini hat es eilig. Es ist ein Donnerstagnachmittag, 14 Uhr, und das Training in der Schwimmhalle ist bereits mitten im Gange. Bademeister und Trainer René Moegelin, der im FEZ von allen nur Charly genannt wird, steht am Rande des Wasserbassins und gibt den Auszubildenden Anweisungen. Unterdessen findet der allgemeine Badebetrieb statt: Ein paar Jugendliche ziehen ihre Bahnen, eine Mutter isst mit ihrem Sohn an einem Tisch eine Currywurst. Ezzat Mardini hatte einen Termin beim Jobcenter und überlegt nun, ob es sich noch lohnt, sich umzuziehen. In einer halben Stunde bereits beginnt die interne Weihnachtsfeier von „Rettung in Sicht“.

Er wirkt angespannt. „Ich kann mich nicht beschweren: Das Training hier macht Spaß und ich habe eine Wohnung“, sagt er, während er sich an einen Tisch setzt und auf die anderen wartet. Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: „Aber gut geht es mir erst, wenn ich wieder arbeiten kann.“ In Syrien war Ezzat Mardini nach einer Karriere als Profischwimmer fünf Jahre lang Schwimmtrainer der Nationalmannschaft. Auch seine beiden ältesten Töchter, Sarah und Yusra, hat er trainiert, seit die beiden vier Jahre alt waren. Mit großem Erfolg: Beide schwammen in Syrien in der Jugendnationalmannschaft, ehe sie im August 2015 die Flucht ergriffen.

Die Geschichte seiner Töchter ging um die Welt: Als der Außenbordmotor ihres Schlauchbootes versagte, sprangen die beiden ins Wasser und zogen das Boot vom türkischen Izmir über die Ägäis bis zur griechischen Insel Lesbos. In Europa anzukommen fiel ihnen leicht: Yusra begann bei den Wasserfreunden Spandau zu trainieren und schwamm im Sommer 2016 als Teil des Refugee-Teams bei den Olympischen Spielen mit, Sarah arbeitet als Rettungsschwimmerin in Griechenland und rettet weiter Geflüchteten das Leben.

Ezzat Mardini ist stolz auf die zwei. Dass sie sich so verwirklichen können, freut ihn. Er hat den beiden immer die größte mögliche Freiheit gelassen. „In Syrien war das nicht immer einfach. Viele haben das nicht verstanden“, sagt er. „Aber was Andere sagen, war mir schon immer egal. Ich habe schon immer auf meinen Bauch gehört.“ Auch seine eigene Berufswahl war eine Bauchentscheidung. „Als ich sieben Jahre alt war, kam ein Trainer an meine Schule in Damaskus und hat gefragt, wer gerne schwimmen lernen möchte. Da habe ich mich spontan gemeldet. 600 Kinder wurden für ein Probetraining ausgewählt, die besten wurden weiter trainiert. Ich und mein Bruder gehörten dazu.“

Über sieben Jahre lang trainierte er an drei Nachmittagen in der Woche, an den Vormittagen drückte er die Schulbank. Mit sechzehn kam er in die Jugendnationalmannschaft, nach dem Abitur wurde seine Karriere vom Militär unterbrochen. Nach seiner Entlassung drängte ihn seine Mutter, schnellstmöglich zu heiraten. Er hörte auf sie: „Ich habe eine Frau beim Fußball spielen beobachtet und mochte sie sofort. Da habe ich am Spielfeldrand nach ihren Eltern gesucht und gebeten, sie kennenlernen zu dürfen. Nur wenige Wochen später haben wir geheiratet.“

Nach der Hochzeit hängte er seine Schwimmlaufbahn an den Nagel und wurde Trainer. Er trainierte vier lokale Vereine, bis er 2009 als Nationaltrainer berufen wurde. Seine Frau und er bekamen drei Töchter, die Dinge liefen gut. Bis der Bürgerkrieg Ende 2011 im Stadtviertel der Familie in Damaskus ankam. Darüber zu reden fällt ihm schwer. Er ist kein politischer Mensch: „Ich hatte neben meiner Arbeit nie Zeit, über Politik nachzudenken. Das habe ich anderen überlassen.“ Um seinen Töchtern ein sicheres Leben zu ermöglichen, ging Ezzat Mardini Mitte 2011 nach Jordanien und nahm eine Stelle als Trainer an. Seine Töchter aber wollten nicht mit und blieben mit ihrer Mutter und der jüngeren Schwester in Damaskus. Im Nachbarland hätten sie keine Aufenthaltserlaubnis bekommen und wären aus allen Wettkämpfen ausgeschieden.

Als sich die Situation 2015 verschärfte, beschloss die Familie, nach Deutschland zu fliehen. Die ältesten Töchter machten den Anfang, Ezzat Mardini folgte ihnen gemeinsam mit seiner in der Zwischenzeit geschiedenen Frau und der Jüngsten. „Hier sehe ich sie alle selten“, sagt er. „Ich wohne alleine.“ Nach einer kurzen Pause fügt er hinzu: „Ich bin alleine. Hier in Europa leben alle auf sich gestellt. In den arabischen Ländern kommt die Familie einmal in der Woche zusammen und auch auf der Straße kommen die Menschen die ganze Zeit ins Gespräch miteinander.“ Er seufzt: „Hier habe ich keine Ahnung was ich tun kann, um andere Menschen kennenzulernen.“

Die anderen Ausbildungsteilnehmer haben fertig trainiert und kommen an den Tisch. Bademeister und Trainer Charly bestellt Kaffee und Kuchen und drängt, alle Gespräche zu beenden: Er möchte eine Weihnachtsansprache halten. Ezzat Mardini ist nicht nach Weihnachten zumute. „Ich wünsche mir nur, wieder Arbeit zu haben“, sagt er und fügt nach einer kurzen Pause hinzu: „Ich kann nicht mehr lange warten. Ich habe mein ganzes Leben gearbeitet. Ohne Arbeit fühle ich mich wie lebendig begraben.“ Er lächelt: „Man kann mich auch gerne erst einmal testen. Ich bin wirklich qualifiziert und lerne auch gerne noch dazu. Ich mache auch alles, Hauptsache, es hat mit Sport zu tun.“

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