Veranstaltungsreihe Wegweiser Studium: Infovortrag für Geflüchtete 12.06.2019, 17 Uhr, Raum 0110 im Hauptgebäude der TU Berlin

Mit der Veranstaltungsreihe „Wegweiser Studium“ beantwortet die Allgemeine Studienberatung der TU Berlin regelmäßig wichtige Fragen rund um das Thema Studium: Studieninteressierte erhalten einen Einblick in das Studienangebot der TU Berlin und bekommen Tipps zu ihrer Studienentscheidung.

Im Rahmen der Reihe „Wegweiser Studium“ bieten wir auch eine Informationsveranstaltung speziell für Studieninteressierte mit Fluchthintergrund an. Dabei werden Fragen beantwortet, wie: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Ausbildung und Studium? Sollte ich lieber an der Fachhochschule studieren oder an der Uni? Was davon ist „das Beste“ für mich und welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Wir geben einen Überblick über das deutsche Bildungssystem und zeigen, welche Möglichkeiten es an der TU Berlin speziell für Geflüchtete gibt.

Was? Infovortrag: Wie „funktioniert“ Studieren in Deutschland?

Wann? am 12.06.2019, 17 Uhr

Wo? Hauptgebäude der TU Berlin, Raum 0110
Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Für wen? Studieninteressierte mit Fluchthintergrund, Betreuer*innen, alle Interessierten

Das gesamte Programm der Reihe Wegweiser Studium finden Sie hier: http://www.studienberatung.tu-berlin.de/wegweiser_studium

Weitere Informationen zu den Angeboten der TU Berlin für Geflüchtete: http://www.studienberatung.tu-berlin.de/in2tu

Bei Fragen zur Veranstaltung stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Katharina Kube
Projektleitung In(2)TU Berlin

In(2)TU Berlin – Allgemeine Studienberatung
In(2)TU Berlin – Academic Advising Service

Abteilung I Studierendenservice
Department I Student Services
Technische Universität Berlin
Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
Raum 0070, Hauptgebäude
Room 0070, main building

Sprechzeiten: Mo. 9.30-12.30 Uhr / Di. 14-18 Uhr / Do. 14-18 Uhr / Fr. 9.30-12.30 Uhr
Office hours: Mon. 9.30 a.m.-12.30 p.m. / Tue. 2-6 p.m. / Thu. 2-6 p.m. / Fri. 9.30 a.m.-12.30 p.m.

in2@tu-berlin.de
http://www.studienberatung.tu-berlin.de

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BAMF informiert“ Fachkräftemigration – Deutschland im Europäischen Vergleich Spitze bei Erteilung von Blaue Karte EU – Nachfragetrend steigend“

Mit über 100.000 in Deutschland erteilten Blauen Karten EU an hochqualifizierte Zuwanderer seit Einführung im August 2012 und gut 27.000 allein im letzten Jahr wurden neue Höchstzahlen erreicht. Damit setzt sich die jährliche Steigerung von über 20 % seit 2014 fort, Deutschland liegt bei der Erteilung der Blauen Karte innerhalb der Europäischen Union an der Spitze.

Insgesamt 103.936 Blaue Karten EU wurden bis Ende 2018 an hochqualifizierte Zugewanderte in Deutschland erteilt. Dabei setzte sich die steigende Nachfrage auch im vergangenen Jahr fort: Im Jahresvergleich wurden 2018 in Deutschland 25,4% mehr Blaue Karten EU erteilt. Davon entfielen 42,3% auf Neuerteilungen, also auf Personen, die zuvor noch keinen Aufenthaltstitel in Deutschland hatten. Die restlichen 57,8% erstreckten sich auf Personen, die im Bundesgebiet bereits eine Blaue Karte EU (Verlängerungen) oder einen anderen Aufenthaltstitel besaßen (Statuswechsler), z.B. eine Aufenthaltserlaubnis zu Bildungszwecken.

Die größte Beliebtheit erfreut sich die Blaue Karte EU weiterhin bei Menschen aus Indien. Mit fast einem Drittel der erteilen Blauen Karten liegen sie mit großem Abstand weiterhin an erster Stelle, gefolgt von Zugewanderten aus China, Russland, der Türkei und Brasilien.

Deutschland im Europäischen Vergleich Spitze
Die Blaue Karte EU ist eine zunächst befristete Aufenthaltserlaubnis und soll die Zuwanderung hochqualifizierter Fachkräfte aus Drittstaaten fördern, um den Fachkräftebedarf in der Europäischen Union decken zu können. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Erteilung der Blauen Karte mit weitem Abstand vorne. Knapp 85 % aller Erteilungen entfielen auf Deutschland.

„Die Zahlen zeigen ganz deutlich: Deutschland wird immer attraktiver für hochqualifizierte Zuwanderinnen und Zuwanderer aus Drittstaaten. Und wir gehen davon aus, dass die Beliebtheit der Blauen Karten EU auch in Zukunft anhalten wird“, sagt Andrea Schumacher, Vize-Präsidentin des Bundesamtes.

Blaue Karte-Inhaberinnen und Inhaber kommen, um zu bleiben
Die Mehrheit der hochqualifizierten Zugewanderten entscheidet sich für einen dauerhaften Verbleib in Deutschland. Zum Stichtag 31.12.2018 waren in Deutschland 51.130 Personen im Besitz einer Blauen Karte EU. Darüber hinaus verfügten bereits 28.200 Menschen, die über die Blaue Karte nach Deutschland gekommen waren, über eine Niederlassungserlaubnis. Die Zahlen lassen auf die hohe Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland für hochqualifizierte Drittstaatsangehörige schließen.

Weitere Informationen und Zahlen zur Blauen Karte EU finden Sie hier: http://www.bamf.de/blauekarte-2018.

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Integrationskurs beginnt fast immer innerhalb weniger Wochen nach Anmeldung

Pressemitteilung BAMF:

Wer sich heute für einen Integrationskurs angemeldet hat, kann in der Regel innerhalb von sechs bis acht Wochen mit diesem Kurs beginnen. Entsprechende Kapazitäten sind vorhanden: In den nächsten drei Monaten sind Kurse mit rund 58.000 Plätzen geplant; der Großteil dieser Plätze (45.000) ist derzeit noch verfügbar.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vergibt Berechtigungen für die freiwillige Teilnahme an Integrationskursen, andere staatliche Stellen – Ausländerbehörden, Jobcenter oder Träger der Leistungen für Asylbewerber – verpflichten Menschen zur Teilnahme. Viele Personen warten dann mit der eigentlichen Anmeldung einige Zeit ab – Verpflichtete länger als Freiwillige.

„Als Wartezeit kann daher nur die Zeit zwischen der Anmeldung und dem Beginn des Kurses gelten“, stellt BAMF-Präsident Dr. Hans-Eckhard Sommer klar. „Die Zeit, die jemand braucht, um sich nach Erhalt seiner Berechtigung oder gar Verpflichtung auch wirklich beim Kursträger anzumelden, können wir hingegen nicht beeinflussen, da dies davon abhängt, wie viel Zeit sich jemand für die Anmeldung nimmt.“

„Nicht-Teilnehmer“ vergrößern den statistischen Mittelwert
Die eigentliche Wartezeit liegt seit Jahren konstant bei fünf bis sieben Wochen im Median bzw. bei acht bis 14 Wochen im arithmetischen Mittel. Das allerdings enthält auch die Fälle, bei denen sich potentielle Teilnehmende zwar angemeldet, den Kurs aber zunächst nicht angetreten haben oder auch diejenigen, die aus diversen Gründen ihre Teilnahme von sich aus verschieben mussten. Diese „Ausreißer“ verzerren den rechnerischen Mittelwert.

Der gleiche Effekt ist bei der Zeit zwischen Berechtigung oder Verpflichtung und dem Kursbeginn zu beobachten, der Zugangszeit. Auch hier liegen die Median-Werte mit 4,5 Monaten für Verpflichtete und 2,2 Monaten für freiwillig Teilnehmende deutlich unter dem zuletzt zitierten arithmetischen Mittel von 8,1 bzw. 4,3 Monaten.

Der Median sei die einzige Möglichkeit, dies realistisch abzubilden, betont BAMF-Chef Dr. Sommer: „Wegen einiger Nicht-Teilnehmer dürfen wir nicht das funktionierende System ausdifferenzierter Kurse in Zweifel ziehen.“

Ergänzende Informationen erhalten Sie in unserer Integrationskurs-Geschäftsstatistik:
http://www.bamf.de/DE/Infothek/Statistiken/InGe/inge-node.html

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Deutschkurse (A1-C1) und Job-Coaching für Migrant*innen, Geflüchtete und Arbeitsuchende (Kreuzberg, Neukölln, Charlottenburg und Steglitz)

Für Migrant*innen, Geflüchtete und Arbeitsuchende.
Für die Teilnehmer kostenlose Deutschkurse (A1-C1) und Job-Coachingin Kreuzberg, Neukölln, Charlottenburg und Steglitz.

Integrationskurse (BAMF):
Deutsch A1-B1 + Orientierungskurs
Zertifikate: Deutsch-Test für Zuwanderer
Leben in Deutschland

Termine:

  • Kreuzberg
    A1-A2 Modul 2 23.04. – 21.05.19
    Modul 3 22.05. – 20.06.19
    B1 Modul 4 21.06. – 18.07.19
    Modul 5 19.07. – 15.08.19
    Modul 6 16.08. – 12.09.19
    Orientierungskurs 13.09. – 10.10.19
  • Charlottenburg
    A1-A2 Modul 1 30.05. – 27.06.19
    Modul 2 28.06. – 25.07.19
    Modul 3 26.07. – 22.08.19
    B1 Modul 4 23.08. – 19.09.19
    Modul 5 20.09. – 18.10.19
    Modul 6 19.10. – 14.11.19
    Orientierungskurs 15.11. – 12.12.19
Inhalt:
– Der allgemeine Integrationskurs umfasst 700 Unterrichtseinheiten (UE)
– 600 UE Sprachkurs (A1 bis B1): Alltagsthemen wie Arbeit, Behörden und Freizeit
– 100 UE Orientierungskurs: Gesellschaft, Rechtsordnung, Geschichte und Kultur
– Zertifikate: Deutsch-Test für Zuwanderer A2/B1 + Leben in Deutschland
Zugang:
– mit Verpflichtung durch Jobcenter: kostenfrei
– mit Berechtigung von Jobcenter, BAMF oder Ausländerbehörde: kostenfrei für Bezieher
– von ALG II, Sozialgeld, Asylbewerberleistungen, BAföG, Wohngeld, Kinderzuschlag sowie für Personen, die anderweitig Bedürftigkeit nachweisen können
– Personen, die selbst zahlen: 1,95 € pro UE

INFO-BLATT DRUCKEN: Integrationskurse (BAMF)


Berufssprachkurse (DeuFö/BAMF)
Deutsch A2-C1 für den Beruf
Abschlusszertifikat: telc Deutsch

Termine:

  • Kreuzberg
    A1-A2        Modul 2     23.04. – 21.05.19
    Modul 3     22.05. – 20.06.19
    B1              Modul 4     21.06. – 18.07.19
    Modul 5     19.07. – 15.08.19
    Modul 6     16.08. – 12.09.19
    Orientierungskurs     13.09. – 10.10.19
  • Steglitz
    Basiskurs C1               14.05.19 – 02.09.19
    Basiskurs B2               14.05.19 – 02.10.19
Zielgruppen
• SGB II sowie SGB III-Leistungsbezieher
• Beschäftigte und Auszubildende
• Geduldete (gem. §60a Abs. 2 Satz 3 AufenthG)
• Geflüchtete im Anerkennungsverfahren ihres Berufs- oder Ausbildungsabschlusses
aus Herkunftsländern mit guter Bleibeperspektive (Eritrea, Irak, Iran, Somalia, Syrien)
• Arbeits- und Ausbildungsplatzsuchende
Voraussetzung
• Teilnahmeberechtigung von Jobcenter, Agentur für Arbeit oder BAMF

INFO-BLATT DRUCKEN: Berufssprachkurse (DeuFö/BAMF)


Berufliche Grundlagen & integrierte Deutsch-Förderung (ESF-Programm: QVB)
Deutsch B1/B2/C1 + Job-Coaching
Praktikum (10 Std./Woche)
Abschlusszertifikat: telc Deutsch Beruf

Termine:

  • Kreuzberg
    Basiskurs C1      01.04.19 – 26.07.19
    Basiskurs B2      25.02.19 – 22.07.19
    13.05.19 – 01.10.19
    03.06.19 – 04.02.20
    Spezialkurs B1  13.05.19 – 02.09.19
    Spezialkurs A2  13.05.19 – 02.09.19
  • Neukölln
    Online Marketing & Social Media
    03.06.19 – 07.02.20
Voraussetzung: ALG II-Leistungsbezug

INFO-BLATT DRUCKEN: Deutsch & Berufsorientierung für MigrantInnen bis 27 Jahre (ESF-Programm: AiS)


Deutsch & Berufsorientierung für MigrantInnen bis 27 Jahre (ESF-Programm: AiS)
Berufsbezogenes Deutsch B2
Vorbereitung auf Berufsschulunterricht
Berufsorientierung, Bewerbungstraining
Praktikum (10 Std./Woche)
Abschlusszertifikat: telc Deutsch

Termine:

  • Neukölln
    04.03.19 – 03.12.19
    24.06.19 – 24.04.20
  • Kreuzberg
    09.04.19 – 18.02.20
    05.08.19 – 08.05.20
  • Steglitz
    26.08.19 – 26.06.20
  • Charlottenburg
    26.08.19 – 29.05.20
Inhalt:
Deutsch & Berufsorientierung für MigrantInnen bis 27 Jahre im Rahmen des ESF-geförderten Programms „Ausbildung in Sicht“
• berufsbezogene Deutsch-Förderung und Vorbereitung auf Berufsschulunterricht (20 Std./Woche, 8-10 Monate) • Sprachniveau: B2
• Berufsorientierung, Berufswegeplanung, Bewerbungstraining und Ausbildungsvorbereitung (10 Std./Woche)
• kursbegleitendes Praktikum (10 Std./Woche)
Zielgruppen:
• MigrantInnen bis 25 Jahre (Ausnahme: bis 27 Jahre)
inkl. Geflüchtete mit Aufenthaltsgestattung, Duldung oder befristeter Aufenthaltserlaubnis
• mit Wohnsitz in Berlin
• die aufgrund fehlender Sprachkenntnisse und beruflicher Kompetenzen
noch keinen Arbeits- oder Ausbildungsplatz finden konnten
• die ihre beruflichen Interessen in einem Praktikum erproben möchten

INFO-BLATT DRUCKEN: Deutsch & Berufsorientierung für MigrantInnen bis 27 Jahre

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BAMF: Integrationskurse – über 1 Million Teilnehmende seit 2015

Integrationskurse: über 1 Million Teilnehmende seit 2015

Seit 2015 hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) Integrationskurse mit mehr als einer Million Teilnehmenden gefördert. Knapp die Hälfte davon waren Geflüchtete aus Syrien, Irak, Iran, Somalia und Eritrea, je ein Viertel kam aus anderen Herkunftsstaaten sowie EU-Ländern.

Das ausdifferenzierte System der Integrationskurse wird weiterhin gut angenommen: Allein im Jahr 2018 haben 256.238 Menschen eine Berechtigung für die Teilnahme bekommen. Damit ist die Zahl der ausgestellten Teilnahmeberechtigungen erstmals seit 2015 rückläufig, allerdings auf einem weiterhin hohen Niveau. Grund dafür ist die inzwischen gesunkene Zahl geflüchteter Menschen.

Insgesamt haben im letzten Jahr 202.933 Menschen erstmalig einen der 14.538 begonnen Integrationskurse besucht. Der Integrationskurs ist ein nach unterschiedlichen Lernbedürfnissen ausdifferenziertes Kurssystem: Den Teilnehmenden stehen acht verschiedene Kursarten zur Verfügung, insbesondere für Frauen, Jugendliche, Menschen mit guten Lernvoraussetzungen, Analphabeten, Zweitschriftlerner sowie auch für Seh- und Hörbehinderte. Die meisten Personen nahmen 2018 am Allgemeinen Integrationskurs teil (68,3 %), gefolgt vom Alphabetisierungskurs (22,2 %) und dem Eltern- und Frauenintegrationskurs (3,3 %). Damit wird das ausdifferenzierte Kursangebot weiterhin gut angenommen. Wichtig ist dabei jedoch, dass die Kursträger die Teilnehmenden entsprechend ihrer Bedürfnisse auch tatsächlich in die für sie passenden Kurse verweisen.

„Das Integrationskurssystem bietet für jeden ein passendes Angebot“ so Uta Saumweber-Meyer, Abteilungsleiterin Integration im Bundesamt. „Wir fördern das Erlernen der deutschen Sprache umfassend und systematisch, eine durchgehende Förderung von „Null“ in den Integrationskursen bis zur kompetenten Sprachbeherrschung bei den Berufssprachkursen ist möglich.“

Ergebnisse des Deutsch-Tests für Zuwanderer: ein Spiegel der veränderten Teilnehmendenstruktur
Im Vergleich zur Zeit vor 2016 ist eine deutliche Veränderung hinsichtlich der Teilnehmendenstruktur zu beobachten: Sprachliche Voraussetzungen sowie kulturelle Unterschiede sind diverser, mehr Teilnehmende müssen zunächst die lateinische Schrift lernen, die Zahl der Teilnehmenden an Alphabetisierungskursen ist seit 2015 deutlich gestiegen. Diese veränderten Voraussetzungen stellen neue Anforderungen an Kurskonzept und Lehrkräfte und wirken sich auch auf die Kurserfolge aus. Es ist daher naheliegend, dass über das gesamte Kurssystem betrachtet weniger Teilnehmende als früher den Integrationskurs mit dem Sprachniveau B1 abschließen.

Über alle Kursarten hinweg führt insbesondere die veränderte Zusammensetzung der Teilnehmenden zu einer Verschiebung der Sprachniveaus bei den Prüfungsergebnissen: Weniger Personen erreichen das Sprachniveau B1 (2016: 66,9% und 2018: 52%), dafür mehr das Sprachniveau A2 (2016: 25,5 % und 2018: 32,9 %). Erfreulich ist, dass im allgemeinen Integrationskurs seit Jahren unverändert über 90% entweder das Sprachniveau A2 oder B1 als Abschluss des skalierten Deutsch-Tests für Zuwanderer (DTZ) erreichen.

Die Ergebnisse sind je nach Kursart sehr unterschiedlich. Während den Allgemeinen Integrationskurs 61,8 % der Teilnehmenden mit B1 abschlossen, erreichten dieses Niveau in Zweitschriftlernerkursen 20,3 % und in Alphabetisierungskursen 16,3 %.

„Besonders für den Alphabetisierungskurs, bei dem das Erreichen des Sprachniveaus A2 bereits im Curriculum als realistisches Ziel vorgesehen ist, ist dies angesichts der besonderen Situation, in der sich viele dieser Menschen befinden, ein erfreuliches Ergebnis“, so Integrations-Expertin Uta Saumweber-Meyer. „Uns muss aber bewusst sein, dass auch das Erreichen des Sprachniveaus A2 im Integrationskurs für viele Teilnehmende ein individueller Erfolg ist, den wir anerkennen sollten. Bei einem Blick zu unseren europäischen Nachbarn wird deutlich, dass wir in Deutschland im Vergleich sehr hohe Anforderungen an die sprachliche Bildung stellen, die nicht jeder auf Anhieb erfüllen kann. Selbstverständlich sind die Ergebnisse aber ein Auftrag für uns, noch weiter daran zu arbeiten, die Lernerfolge zu verbessern. Wir prüfen daher stetig und selbstkritisch unsere Angebote, um noch besser auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden eingehen zu können.“

Für Menschen, die im Integrationskurs nicht das Sprachniveau B1 erreichen, bedeutet dies nicht das Ende der Sprachförderung. Ihnen steht beispielsweise die berufsbezogene Sprachförderung offen, die modular mit dem Integrationskurs verbunden ist. Diese ist Teil des sogenannten Gesamtprogramms Sprache, in dem die Sprachförderangebote des Bundes systematisch miteinander verzahnt sind.

Optimierung des Kursangebots
Das Bundesamt beobachtet aufmerksam das Migrationsgeschehen und passt das Integrationskursangebot kontinuierlich an die veränderten Bedarfe an. Wichtig für den Sprachlernerfolg der großen Zahl der Kursteilnehmenden, die in einer anderen Schrift alphabetisiert wurden, war die Einführung des so genannten Zweitschriftlernerkurses im Jahr 2017. Dieser wird ab dem 01. Mai 2019 um weitere 300 Unterrichtseinheiten erhöht. Damit stehen bis zu 1.200 bundesgeförderte Unterrichtseinheiten sprachlicher Förderung für diese Zielgruppe zur Verfügung.

Zudem fördert das Bundesamt Fortbildungen der Lehrkräfte zum Umgang mit traumatisierten Personen und entwickelt dazu eine eigene Zusatzqualifizierung. Mit dem neuen Qualifizierungsangebot des Bundesamtes sollen die Lehrkräfte darauf vorbereitet werden, mit verschiedenen Unterrichtssituationen sicherer umzugehen, einen traumasensiblen Unterricht gestalten zu können sowie den Lernerfolg einzelner Teilnehmender und der gesamten Lerngruppe stärker in den Blick zu nehmen.

Um Teilnehmenden und Lehrkräften weitere Hilfestellungen zu geben, hat das Bundesamt die soziale Begleitung der Integrationskurse zu einer Lern- und Sozialbegleitung fortentwickelt.

Weitere Informationen können Sie der Integrationsgeschäftsstatistik 2018 auf unserer Internetseite entnehmen: http://www.bamf.de/Integrationskursgeschäftsstatistik

Pressekontakt:

Jochen Hövekenmeier
_____________________________________
Pressesprecher
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Frankenstraße 210, 90461 Nürnberg
Telefon: 0911-943-17799
Fax: 0911-943-17798
E-Mail: pressestelle@bamf.bund.de
Internet: http://www.bamf.bund.de/
http://www.wir-sind-bund.de
Facebook: facebook.com/bamf.socialmedia
Twitter: twitter.com/BAMF_Dialog

<PM Integrationskurse.pdf>

Veröffentlicht unter AG F+M Deutschunterricht/Deutschkurse für Flüchtlinge und Asylsuchende - (منظمة لمساعدة اللاجئين و حقوق الانسان (تعليم اللغة الالمانية, BAMF, Flüchtlinge - اللاجئين

Rebecca Sommer berichtet: Unsere AG F+M wieder mit dabei – Flüchtlinge kochen mit Schulkindern im Freizeit- und Erholungszentrum Berlin (FEZ) 29.3.2019

AG F+M_FEZ_29.3.2019Seit sechs Jahren kooperiert unsere ehrenamtliche AG F+M mit dem FEZ-Berlin. Auch in diesem Jahr sind Flüchtlinge bei den Projektwochen rund um das Thema Kochen für und mit Kindern wieder dabei.

In der Zeit der Projektwochen verwandelt sich das FEZ in eine riesige Kochschule. Hier lernen hunderte von Kinder aus Grundschulen, wie man gesund und lecker kocht, inklusive der richtigen Auswahl von Lebensmitteln und Tipps für ein preiswertes Einkaufen.

Auch Menschen die hier bei uns Asylstatus erhalten haben, organisiert von der AG F+M, schlüpfen in die Rolle der Lehrer*innen. Kochlehrerin Eptesam aus Syrien, M. aus Palästina, Marwhit aus Eritrea. Auch Jadranka ist wieder mit dabei. Als junge Frau flüchtete sie mit ihrem Ehemann aus Serbien und lebt schon seit vielen Jahren in Deutschland.

Eptesam_FEZ_29.3.2019„Eptesams Mann begleite ich schon seit 6 Jahren, ich half bei der Familienzusammenführung, das war nicht einfach. Es war ein ergreifender Augenblick, als Eptesam dann endlich mit ihren zwei kleinen Kindern ankam. Vor zwei Jahren bin ich dann auch noch „Tante“ geworden, ein Junge, jetzt schon 2 Jahre alt“, berichtet Rebecca Sommer, Leiterin der AG F+M. „Der grosse Junge ist acht Jahre alt und Klassenbester, wir sind unglaublich stolz auf ihn.“

Merhwit-29.3.2019_Foto © REBECCA SOMMER„Marwhit begleite ich nun schon 5 Jahre. Für sie ist es nicht einfach, in Eritrea hatte sie früh geheiratet und  nur wenige Jahre die Schule besucht. Lesen, Schreiben und Deutsch lernen geht bei Marwhit eher langsam voran. Auch hier organisierten wir, bzw. meine Kollegin Angelika Petruschat und ich, die Familienzusammenführung. Zwei Mädchen. Die sprechen inzwischen besser Deutsch als die Mutter – das spornt Marwhit an, und sie lernt zusammen mit ihren Kindern. Leider ist Angelika zu unserer grossen Trauer verstorben. Marwhit hat das ganz besonders mitgenommen, sie hatte nur uns beide als Freundinnen“, sagte Sommer.

Hier ein Video von unserer AG F+M Tanzgruppe“Heimatsterne“, geleitet von Rebecca Sommer, die bei einer der Kochwochen im Freizeit- und Erholungszentrum FEZ Tänze aus verschiedenen Ländern aufführte.


Veröffentlicht unter Flüchtlinge - اللاجئين

DISKUSSION: Frauenfeindlichkeit bekämpfen Ein Diskussionspapier von Ekin Deligöz und Dr. Manuela Rottmann (Bündniss 90/die Grünen)

Deutschland hat in den letzten Jahren hunderttausende geflüchteter Menschen aufgenommen. Das war und ist eine immense Herausforderung für Gesellschaft, Verwaltung und Politik.Wir Grüne wollen als Frauenrechts- und als Integrationspartei den Auftrag annehmen, diese notwendige Debatte auch im Kontext mit Migration und Integration ehrlich zu führen.
Hier gibt es das vollständige Diskussionspapier:

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Zuwanderungsgesellschaft stärken – Frauenfeindlichkeit bekämpfen

Deutschland hat in den letzten Jahren hunderttausende geflüchteter Menschen aufgenommen. Das war und ist eine immense Herausforderung für Gesellschaft, Verwaltung und Politik. Wir Grüne haben uns immer klar zur Verantwortung gegenüber Geflüchteten bekannt. Integration ist für beide Seiten anstrengend und voraussetzungsvoll. Sie bietet für beide Seiten Chancen, birgt aber auch Risiken und kann gar scheitern.

Zu einer ehrlichen Debatte gehört, dass auch wir Befürworter*innen der Einwanderungsgesellschaft uns fragen, was für ein Frauenbild manche Gruppen haben, die zu uns kommen. Eines nämlich, das die Nichtachtung von Frauen bis hin zur Ausübung von Gewalt zu legitimieren scheint. Dass Gewalt gegen Frauen durch deutsche Täter seit jeher ein gravierendes Problem ist, darf nicht dazu führen, dass wir die Frage nach dem „eingewanderten Frauenbild“ gar nicht erst stellen. Es nützt uns allerdings auch nichts, bei dieser Debatte stehen zu bleiben. Wir müssen etwas tun.

Die übergroße Mehrheit der Geflüchteten ist nicht kriminell – wie auch die übergroße Mehrheit der Deutschen nicht kriminell ist. Gleichwohl begehen auch v.a. junge Geflüchtete erhebliche Gewalttaten. Junge Männer generell tendieren überproportional zu Gewalt, erst recht, wenn sie in prekären Verhältnissen leben. Hier angekommene Geflüchtete sind durchschnittlich sehr jung, oft ohne Begleitung durch ihre Familien und stehen vor einer ungewissen Zukunft. Viele, vielleicht die Meisten, haben vor oder auf der Flucht selbst drastische Gewalterfahrungen gemacht. In Deutschland leben sie vielfach in Sammelunterkünften ohne Privatsphäre, ohne sinnvolle Beschäftigung und mit unklarer Perspektive. Dieser Verlust von Selbständigkeit bis in das Alltagsgeschehen hinein und die gesellschaftliche Isolation können Gewalt fördern. Das mag einiges erklären, mitnichten aber entschuldigen. Noch weniger als Entschuldigung dienen kulturelle Einstellungen, die Gewaltausübung begünstigen oder gar legitimieren.

Viele Geflüchtete kommen aus muslimisch geprägten Gesellschaften, die stark patriarchalisch geformt sind und keine Aufklärung, Säkularisierung, Frauenbewegung und sexuelle Revolution erlebt haben. Wenn bestimmte Gruppen ihre Geringschätzung oder völlige Missachtung von Frauenrechten aus kulturell-religiösen Argumenten und Werten speisen, dann ist das nicht tolerierbar. Wer dauerhaft in Deutschland leben will, muss sich von herabwürdigenden Frauenbildern lösen, welche Frauen als den Männern untergeordnet definieren. Einen „kulturellen Freischein“ für Frauenfeindlichkeit gibt es nicht. Dass das natürlich für Männer jeglicher Herkunft gilt, muss nur deshalb betont werden, weil in der Diskussion um Geflüchtete plötzlich Akteure ihr Interesse für die Belange von Frauen entdecken, die den Einsatz für Frauenrechte ansonsten als „Genderwahn“ lächerlich machen. Lösungsvorschläge jenseits von „Grenzen dicht“ und „Ausländer raus“ hört man von ihnen ansonsten nicht.

Wir Grüne müssen klar genug sein gegenüber dem Teil von Migranten, die ein reaktionäres Frauenbild mitbringen – und daran festhalten. Wir müssen eine Antwort darauf geben, die sich nicht in kulturellen Zuschreibungen erschöpft, sondern in klares staatliches Handeln mündet. Eine Antwort, die Integration und dafür notwendige Lernerfahrungen ermöglicht und dabei frauenfeindlichem Denken und Tun eindeutig begegnet. Es muss einen elementaren Wertekanon geben, der für alle hier Lebenden gilt. Zu diesem gehören die Gleichstellung von Frauen und Männern sowie die konsequente Ächtung von Gewalt. Nur wenn das von allen hier anerkannt wird, kann die breite gesellschaftliche Akzeptanz für die Aufnahme von Geflüchteten dauerhaft erhalten bleiben. Gewalt gegen Frauen muss nicht nur mit der vollen Härte des Gesetzes verfolgt werden. Es müssen auch die mutmaßlichen Prägungen hinter diesen Taten angeprangert werden. Und die Täter müssen die Erfahrung machen, dass Gesellschaft und Staat ihre Taten nicht tolerieren, Opfer geschützt und Täter konsequent verfolgt werden.

1.Opferschutz zeigt Tätern Grenzen

Frauen und Kinder in Flüchtlingsunterkünften sind eine besonders vulnerable Gruppe, besonders, wenn sie in Sammelunterkünften oder anderweitig relativ isoliert leben müssen. Das ist der Ort, an dem Geflüchtete die erste Erfahrung damit machen, ob und wie konsequent Deutschland Frauen vor Gewalt schützt und Straftaten verfolgt werden. Mit teilweise recht einfachen Maßnahmen könnte deren Unversehrtheit viel besser als bisher geschützt werden. Aber die Standards und Ausstattungen in den Sammeleinrichtungen für Geflüchtete sind recht unterschiedlich. Um überall solide, sichere Verhältnisse zu gewährleisten muss die Implementierung von Gewaltschutzsystemen in Flüchtlingseinrichtungen bundesgesetzlich erzwungen werden. Diese reichen von baulichen Maßnahmen über Anforderungen an das Personal, über Beschwerdesysteme bis hin zum uneingeschränkten Zugang zu einem Hilfetelefon. Bisher hat sich die Bundesregierung geweigert, solche Schutzstandards verpflichtend ins Gesetz zu schreiben.

Es ist zudem ein unhaltbarer Zustand, dass Geflüchteten und ihren Kindern im Bedarfsfall der Schutz in Frauenhäusern oft aufgrund der Residenzpflicht oder wegen fehlender Leistungsansprüche unmöglich gemacht wird. Hier müssen schnell Hürden aus dem Weg geräumt werden, die im Kontext von Gewalterfahrung ihre Berechtigung verlieren. Frauen müssen sich darauf verlassen können, Täter müssen von Anfang an wissen, dass jede Verletzung unseres Wertekanons Konsequenzen hat.

Tatsächlich fehlt es aber an einer flächendeckenden, qualifizierten Notfallversorgung für von Gewalt bedrohte oder betroffene Frauen. Es gibt viel zu wenig Schutzplätze in Frauenhäusern und zu wenig spezifische Beratungsstellen. Die Finanzierung dieser Einrichtungen ist unzureichend und unstet. Die Mittel für Prävention sind viel zu gering. Es gibt Modellprojekte, die die Bedingungen für die medizinische Versorgung und Beweissicherung von Opfern sexualisierter Gewalt in Notfallambulanzen verbessern. Aber eben nur Modellprojekte. Da es sich hier vielfach um Notfalltatbestände handelt, bei denen die Regelsysteme nicht oder nur sehr verspätet greifen, wäre eine finanzielle Beteiligung des Bundes in diesem Bereich absolut vertretbar. Die Bundesregierung hat zwar einen Diskussionsprozess mit den Bundesländern angestoßen – der Ausgang ist aber mehr als ungewiss; auch weil die Bundesregierung sich nicht dauerhaft und substantiell finanziell engagieren will.

2. Justiz und Polizei brauchen Kapazitäten für den Schutz von Frauen

Die oben postulierte volle Härte des Gesetzes kann – unabhängig von der Herkunft der Täter – nur greifen, wenn Polizei und Gerichte personell wesentlich besser ausgestattet werden. Ansonsten bleibt diese Forderung eine leere Floskel. Strafverfolgungsbehörden müssen auch hinsichtlich des Umgangs mit dem Thema Gewalt gegen Frauen allgemein besser geschult sein. Angemessene verfahrensbegleitende Maßnahmen für betroffene Frauen müssen verbindlich umgesetzt werden, damit keine Retraumatisierung droht. Obgleich der Bedarf faktisch von niemandem bestritten wird, gibt es hier weiterhin große Defizite. Fehlende Ressourcen bei der Justiz wirken sich auch auf die Verfahrensdauer aus, was Opfer stark belastet und die Abschreckungswirkung von Strafen abschwächt.

Die zügige Strafverfolgung ist unverzichtbar, um den Schutz von Frauen durchzusetzen. Wer aber die Abschiebung als vermeintlich einfachere Lösung regelmäßig an die Stelle der Strafverfolgung setzen will, schließt damit die stärkste und eindeutigste Reaktion des Rechtsstaats auf Gewaltkriminalität aus. Nur der Strafprozess genügt dem Strafbedürfnis des Staates und ermöglicht die Aufarbeitung der Tat, auf die auch die Opfer und deren Angehörige vertrauen. Wer Täter schwerer Gewalttaten ohne Prozess abschieben will, sanktioniert sie nicht anders als Menschen, denen zwar kein Asylgrund zuerkannt wurde, die sich aber ansonsten nichts haben zu Schulden kommen lassen. Dieses Signal wäre das völlig falsche.

Die Verurteilung wegen Gewaltstraftaten hat jedoch bereits nach geltendem Recht Folgen für den Verbleib in Deutschland. Eine Duldung darf nicht mehr erteilt werden. Ein bereits zuerkannter Asylstatus kann bei Wiederholungsgefahr entzogen werden. Die Inhaftnahme, schnelle Strafverfolgung und Abschiebung der Gewaltstraftäter unter den Geflüchteten scheitern nicht an rechtlichen Voraussetzungen. Sie scheitern vor allem an falscher politischer Prioritätensetzung in den Innenministerien. Um Gewalt zu verhüten, müssen Polizei und Justiz so ausgestattet sein, dass sie Haftbefehle vollstrecken und Strafverfahren zügig abschließen können. Stattdessen werden sie immer noch mit der Verfolgung von Bagatellen belastet. Um Gewalt zu verhüten, müssen sich Behörden und Polizei auf die vorrangige Durchsetzung der Abschiebung derjenigen konzentrieren können, von denen eine Gefahr ausgeht und bei denen die Verantwortung Deutschlands für Integration und Resozialisierung endet. Stattdessen fordert mancher Innenminister aber schlicht möglichst hohe Abschiebezahlen um fast jeden Preis. Das führt dazu, dass die Polizei mit der Abschiebung gut integrierter, unbescholtener Geflüchteter belastet wird, die die Integrationsbemühungen von Betrieben, Lehrkräften und Ehrenamtlichen zunichtemachen. Zu Lasten der oft aufwändigeren Verfolgung von Straftätern.

3. Prekäre Lebensbedingungen fördern Kriminalität

Gelingende Integration ist mühsam, langwierig, kostet Geld und erfordert einen Kraftakt von Gesellschaft, Institutionen und v.a. von den jeweiligen Einzelpersonen. Der Weg ist umso schwerer für Menschen, die ihre Heimat nicht freiwillig verlassen haben, die oft nur eine vage Vorstellung von der Aufnahmegesellschaft hatten und von ihren Familien nicht auf dem Weg begleitet werden können. Wer in Deutschland Schutz sucht, muss bereit sein die deutsche Sprache zu erlernen, sich an Recht und Gesetz zu halten und ein gewisses Maß an Integrationswilligkeit mitbringen. Wir als Mehrheitsgesellschaft müssen aber auch Rahmenbedingungen schaffen, unter denen Integration möglich ist und neu Angekommene eine reale Chance haben, sich ein neues Leben in Deutschland aufzubauen. Wer jahrelang, unter Umständen getrennt von der im Herkunftsland verbliebenen Familie, in einer beengten Gemeinschaftsunterkunft lebt und keine Gewissheit über den eigenen Status bekommt, weil das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) immer noch dramatisch unterbesetzt ist, hat keine guten Startbedingungen. Das Fehlen von Privatsphäre, die allgemeine Perspektivlosigkeit und die möglicherweise traumatisierende Fluchterfahrung sowie der Verlust alter Gewissheiten und sozialer Netze können ihr übriges tun.

Die von der Bundesregierung aus Gründen der Abschreckung durchgesetzte massive Verschärfung des Familiennachzugs ist insofern nicht nur unmenschlich, sondern auch von einem integrationspolitischen Standpunkt aus höchst kontraproduktiv. Denn wer in permanenter Sorge um seine engste Familie im Krisengebiet lebt, kann nicht seine volle Energie auf Integrationsbemühungen verwenden.

Prävention kann aber auch schon im Kleinen wirken. Bei Unterbringung in Sammelunterkünften sollte Geflüchteten in Alltagsdingen eine möglichst hohe Autonomie und auch die Übernahme von Verantwortung ermöglicht werden. Auf Ebene der Asylverfahren müssen Prozesse beschleunigt werden. Das BAMF muss dazu endlich in die Lage versetzt werden.

Von herausragender Bedeutung sind Sprachkurse und eine intensive Wertevermittlung. Deshalb müssen nicht nur bestimmte Gruppen, sondern möglichst alle Geflüchteten frühzeitig Zugang in die Integrationskurse erhalten. Ferner müssen die Bemühungen intensiviert werden, dass die Berechtigten auch alle an den Kursen teilnehmen. Bei den wertevermittelnden Orientierungskursen spricht viel dafür, alle Geflüchteten zur Teilnahme zu verpflichten.

Mit laufender Aufenthaltsdauer geraten weitere direkte Integrationshilfen in den Fokus. Es gibt gut funktionierende Angebote wie Migrationsberatung für Erwachsene oder die Jugendmigrationsdienste, die aber schlecht finanziert sind. Hier wird schlichtweg am falschen Ende gespart. Bei den sogenannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen braucht es bessere Unterstützung beim Übergang in die Volljährigkeit.

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Wir Feministinnen haben in Sachen Gleichberechtigung in Deutschland – gegen den Widerstand vieler deutscher Männer – viel, gleichwohl noch lange nicht genug, erreicht. Es mussten viele Kämpfe gefochten werden, um hierzulande patriarchale Strukturen aufzubrechen und deren schlimmste Ausprägung, Gewalt gegen Frauen, gesellschaftlich zu ächten und strafrechtlich voll zu ahnden. Wir Grüne wollen als Frauenrechts- und als Integrationspartei den Auftrag annehmen, diese notwendige Debatte auch im Kontext mit Migration und Integration ehrlich zu führen.

Autorinnen:

Ekin Deligöz, Mitglied des Deutschen Bundestages für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Mitglied im Haushaltsausschuss und Obfrau der Fraktion im Rechnungsprüfungsausschuss. In der Türkei geboren und im Alter von 8 Jahren nach Deutschland gekommen. Einbürgerung im Jahr 1997. Kontaktdaten: ekin.deligoez@bundestag.deDr.

Manuela Rottmann, Mitglied des Deutschen Bundestages für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen. Obfrau der Fraktion im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Von 2006 bis 2012 hauptamtliche Dezernentin für Umwelt, Gesundheit (ab 2011 auch für Personal) im Magistrat von Frankfurt am Main. Kontaktdaten: manuela.rottmann@bundestag.de

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Treptow-Köpenick – Wir suchen weitere Nachhilfelehrer für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

Wir suchen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge weitere MitstreiterInnen für den Deutsch-Nachhilfe-Unterricht.

Spezifische Ausbildungen oder Erfahrungen sind nicht notwendig. Hauptsache, ihr könnt fließend Deutsch, könnt zuverlässig zu einem Termin in der Woche da sein und habt Lust zu unterrichten.

Wir suchen in verschiedenen Standorten:
Nähe S-Köpenick, Nähe S-Schöneweide, Nähe S-Altglienicke, Nähe S-Grünau
Bitte melden Euch bei: arbeitsgruppe_flucht+menschenrechte@lists.riseup.net

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Video: Syrischer Flüchtling Majd Abboud berichtet über das, was uns verschwiegen wird

Veröffentlicht unter AG-F+M Arbeitsgruppe Flucht+Menschenrechte منظمة لمساعدة اللاجئين و حقوق الانسان, Asylbewerber طالبي اللجوء, Aufklärung über den Islam, DISKUSSION, Europäisierung oder Islamisierung?, Flüchtlinge - اللاجئين, Global Compact for Refugees / Globalen Pakt für Flüchtlinge, ISLAM Islamists Islamismo الإسلامية al-ʾislāmiyyah إسلام سياسي ʾIslām siyāsī, Islam und Menschenrechte, Migration Migrants Migration Migranten, Toleranz für- und Intoleranz gegen: Flüchtlinge I Deutsche, VIDEO

Integrationskonzept für Treptow-Köpenick verschönigt – verschweigt Kritik und Ausgrenzung der Zivilbevölkerung

So heisst es auf der Bezirkswebseite:

„Bei der Erstellung wurde besonders darauf Wert gelegt, dass eine breite Masse an zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren, Bürgerinnen und Bürgern sowie Geflüchtete Gehör finden und innerhalb der Verwaltung ämterübergreifend gearbeitet wird.“

Eine Behauptung die wir nicht bestätigen können.

Wir beobachten, dass der Bezirk kritische Stimmen von Zivilbevölkerungsvertretern ausgrenzt. Kritische Stimmen, Bewohner,  Menschen die ehrenamtlich oder beruflich an der Basis mit Flüchtlingen und Asylbewerbern zu tun haben,  Probleme benennen und vom Bezirk verlangen diese zu erkennen, zu benennen und gemeinsam auf Augenhöhe an Lösungen zu arbeiten, werden unserer Erfahrung nach gezielt von Möglichkeiten der Partizipation ausgeschlossen. Obwohl wir seit Jahren im Bezirk und Berlin Asylbewerber und Flüchtlinge ehrenamtlich begleiten, wurden wir zum Integrationskonzept für Treptow-Köpenick wegen unserer kritischen Haltung weder befragt noch gehört.

„Der Bezirk Treptow-Köpenick hatte sich bereits 2016 auf den Weg gemacht und damit begonnen, ein Integrationskonzept zu erstellen. Die finale Fassung wurde nun am 18.12.2018 der Stadträtin und den Stadträten in der Bezirksamtssitzung vorgelegt. Der Erarbeitungsprozess hat Zeit in Anspruch genommen, bietet aber nun eine solide Grundlage, um das Ankommen und die Zeit danach in unserem Bezirk zu erleichtern.

Zunächst wurden vor allem Rahmenbedingungen für ein gutes Ankommen der Geflüchteten in den Blick genommen. Die Herausforderung für Politik, Verwaltung und Bewohnerschaft besteht darin, in der Phase des Ankommens die Grundlagen für eine erfolgreiche Integration in die Nachbarschaft durch zielgruppengerechte Information und Unterstützung zu schaffen.

Anschließend lag der Schwerpunkt auf der sogenannten „Bleibephase“, d.h. auf der nachhaltigen Integration der statusgewandelten Flüchtlinge bzw. Asylbewerber*innen mit „guter Bleibeperspektive“. Wie können Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Menschen die Gestaltung eines selbstständigen Lebens im Bezirk ermöglichen? Dazu wurden sowohl die Umsetzung der „pflichtigen Selbstverwaltungsaufgaben“, wie die Schulträgerschaft, die Aufgaben der Jugendhilfe oder die Angebote der Volkshochschulen als auch freiwillige Aufgaben wie z.B. Beratungs- und Vermittlungsangebote, Nachbarschaftsarbeit, Sprachkurse für Flüchtlinge mit unklarer Bleibeperspektive oder Angebote und Maßnahmen zur Unterstützung bei der Wohnungssuche bzw. der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum beschrieben und ausgewertet. Eine zentrale Rolle für gesellschaftliche Teilhabe ist die Erwerbsarbeit, von daher wurden die Prozesse im Jobcenter und der Jugendberufsagentur beschrieben.
Darüber hinaus müssen Politik und Verwaltung mit dem schwer planbaren weiteren Zuzug von Geflüchteten und neuen Bewohner*innen in Bezug auf den Ausbau bzw. die Qualifizierung von bedarfsgerechter grüner und sozialer Infrastruktur vor Ort umgehen.

Bei der Erstellung wurde besonders darauf Wert gelegt, dass eine breite Masse an zivilgesellschaftlichen Akteurinnen und Akteuren, Bürgerinnen und Bürgern sowie Geflüchtete Gehör finden und innerhalb der Verwaltung ämterübergreifend gearbeitet wird. Dafür wurden Einzelinterviews, Gruppensitzungen und ein Fachtag am 12.12.2016 durchgeführt.

Das Integrationskonzept Treptow-Köpenick ist sozialräumlich orientiert, d.h., es wird ein konkreter Blick in die einzelnen Bezirksregionen geworfen. Das Integrationskonzept Treptow-Köpenick ist damit eine sinnvolle Untersetzung des am 11. Dezember 2018 vom Senat verabschiedeten „Gesamtkonzepts zur Integration und Partizipation Geflüchteter“.

Im Integrationskonzept Treptow-Köpenick wurden u.a. folgende Handlungsfelder herausgearbeitet:

  1. Verbesserung des Informationsflusses nach innen und nach außen;
  2. Stärkung der Partizipation – Verbesserung der Teilhabe- und Mitwirkungsmöglichkeiten
  3. vorhandene und etablierte Strukturen transparenter machen;
  4. Integration durch Bildung – Ausbau von Qualifizierungen sowie Sprachmittlung und Übersetzungsangeboten
  5. Integration durch Qualifizierung, Ausbildung und Arbeit
  6. Integration in den Wohnungsmarkt
  7. Integration in die Nachbarschaft,
  8. Verbesserung der sozialen und grünen Infrastruktur

Mit der Fertigstellung des Integrationskonzepts Treptow-Köpenick ist die Beschäftigung damit nicht zu Ende – vielmehr wird das Konzept an aktuelle Bedarfe angepasst und weiterentwickelt werden.

Das betrifft beispielsweise die Arbeitsstrukturen im Bezirk, aber insbesondere auch die Stärkung von Beteiligung durch geeignete kultursensible Methoden, Instrumente und Angebote. Wichtig ist zudem eine gute Kommunikation, wie diverse und den Bedarfen angepasste Netzwerke und Möglichkeiten zum Austausch und, auch die besten Netzwerke und Veranstaltungen ersetzen nicht das Mitdenken jedes einzelnen und den Griff zum Telefon für eine bilaterale Information, z.B. über den geplanten Kinderspielplatz in der Nähe der Unterkunft.“

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