Frauenkunstprojekt: Wer hat Stoffe, Gardinen, Arbeitsmaterialien zu verschenken?

ORGATEAM Kunstprojekt Frauenrechte:
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Es gibt nichts tolleres als mit einer Gruppe von Frauen Pläne zu schmieden. Wir (einige fehlen im Bild) machen ein Kunstprojekt zusammen, um uns gemeinsam auszudrücken – in Bild, Skulptur, Video und Performance – über und gegen die Frauenfeindlichkeit, die Gewalt, Ehrenmorde, Zwangs+Kinderheirat, FGM, Kindesentführungen, ach, einfach alles. . . . .

Es soll eine wandernde Ausstellung werden.

WER also von Euch in Potsdam, Berlin oder Hamburg und Umgebungen lebt – und uns eventuell mit Materialien unterstützen kann (Stoffe, Stoffe, Stoffe-Bettlaken, Tüll, alte Gardinen, Bordüren / Ton, Heuballen, Farbe/  Nähmaschine / Bilderrahmen – alte Fensterrahmen ) und/oder in Berlin einen PLATZ hat wo wir z.B.  unsere „Bühnenbilder“ kreieren können, eine leere Halle z.B. draussen auf dem Land hat, oder einen nicht genutzten Schrebergarten den wir für ein paar Wochen nutzen können um größere Flächen und Hintergründe zu bearbeiten bzw. trocknen zu lassen etc), bitte bei uns melden.

 

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Zwei syrische Schwestern in Deutschland: Zwangsheirat, Kindesentführung -„WIR WOLLEN FREI SEIN“

VIDEO: Ein Rohschnitt und Teil eines Filmprojektes von Rebecca Sommer

In diesem Video sprechen die zwei Schwestern über ihre von der Familie arrangierten Heiraten, über die Trennung von ihrem Ehemann und über die Entführung der beiden Kinder der einen Schwester – ihr syrischer Ex-Ehemann hat sie nach der Scheidung gegen den Willen der Ehefrau in den Libanon mitgenommen.

Das Video ist ein Erfahrungsbericht. Die beiden Schwestern geben einen Einblick in die von Ihnen erlebte Realität, als Frau in Syrien aufzuwachsen und als muslimische Ehefrau in Syrien, Libanon und Deutschland zu leben. Das Video zeigt, mit welcher Problematik wir es zu tun haben; meist hinter verschlossenen Türen.

Es ist auch ein Aufruf, genauer hinzuschauen und aufzuhören, alles was mit einer verfehlten Asyl&Migrationspolitik einhergeht, zu relativieren („ist halt eine andere Kultur“) und zu verschweigen („spielt doch nur den Rechten in die Hände“).

Es ist aber auch ein Zeichen der Hoffnung, denn beide Schwestern hätten es mutmaßlich nicht geschafft, sich in ihrem Land und im Umfeld ihrer strenggläubigen muslimischen Familie von ihren ebenso strenggläubigen und gewalttätigen Ehemännern zu trennen. Warum das so ist, erklärt die eine der Schwestern. Nun gehen beide Schwestern hier in Deutschland ihre ersten Schritte in ein selbstbestimmtes Leben.

Rebecca Sommer leitet seit 2012 die AG F+M und begleitet beide Schwestern. Frau Sommer konzentriert sich in ihrer Ehrenamtsarbeit inzwischen (fast) ausschließlich auf die Begleitung von Menschen, die aufgrund von ethnisch-tribalen patriachalischen Normen, aber vor allem vor strengen islamischen Regeln aus ihren Ländern flüchteten, und deshalb auch in muslimisch geprägten Nachbarländern nicht unbedingt ein menschenwürdiges Leben leben können. Das sind hauptsächlich Frauen, religiöse Minderheiten, Atheisten, LGBT’s Überlebende von FGM (ethnischen Säuberungen) etc. Rebecca Sommer ist mit einigen Ehrenamtlichen der AG F+M auch in der Initiative an der Basis, einer bundesweiten Bürgerbewegung engagiert, die aus Menschen besteht, die hauptberuflich oder ehrenamtlich mit Flüchtlingen und Migranten arbeiten, sowie aus säkular und kritisch eingestellten Flüchtlingen und Migranten. Die in dieser Basisinitiative Engagierten haben alle die Folgen der Zuwanderung direkt erfahren und erleben unmittelbar in ihrer alltäglichen Praxis, was das friedliche und freie Zusammenleben in unserer demokratischen säkularen Gesellschaft bereichert, aber auch gefährdet und bedroht. Die Initiative an der Basis benennt Probleme, zeigt Zusammenhänge auf und stellt Forderungen an die Gesellschaft, die Medien, an Behörden, an die Politik, aber auch an die Flüchtlinge und Parallelgesellschaften selber.

Eine der zwei Schwestern in diesem Video (links im Video ohne Kopftuch) ist Teil der Initiative an der Basis.

Am Ende des Videos werden Auszüge aus dem „work-in-progress“ Forderungskataloges dieser Initiative an der Basis eingeblendet. Wer sich diese Forderungen und Lösungsvorschläge genauer durchlesen möchte, kann diese auf dem Blog der Initiative im pdf Format herunterladen.

Dieser Entwurf eines Masterplans für eine neue Migrationspolitik wurde basisdemokratisch über ein Jahr lang erarbeitet. Mitglieder der Ini-B trafen sich teilweise bis zu 2x in der Woche, um diese Forderungen gemeinsam zusammensitzend und diskutierend zu erarbeiten. Diese Mühe machten sich die Ini-B Mitglieder nur deshalb, weil die eigentlich Verantwortlichen in der Politik eben genau das nicht tun.

Auch an der Basis, in unseren Bundesländern und seinen Bezirken wird oftmals weggeschaut, mehr dazu in Kürze. Seit unserem offenen Brief 2017  ist unsere AG F+M z.B. offiziell beim Bürgermeister unseres Ursprungsbezirks und seinen Zu-und Mitarbeitern aus Reihen des „Asyl&Migrationsindustriellen Komplexes“ in Ungnade gefallen und wird von einer demokratischen Teilhabe und Teilnahme auf undemokratische Weise – meist sogar beleidigend und diffamatorisch – ausgegrenzt. (Weil nicht sein kann, was nicht sein darf). Aber wir wollen nicht länger schweigen. Die Lage ist zu ernst, um weiter ignoriert zu werden.

„work-in-progress“ Forderungskatalog der Ini-B: Deutschland benötigt eine grundlegende Neuausrichtung bezüglich seiner deutlich verfehlten Asyl- und Migrationspolitik.

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TERMINE: Deutsch & Berufsorientierung für Migrant*innen bis 27 Jahre (ESF-Programm: AiS)

Bei A&QUA können Migrant*innen und Arbeitssuchende Deutsch sowie berufsbezogenes Deutsch lernen und ein anerkanntes Zertifikat erlangen. A&QUA ist ein lizenziertes telc Prüfungszentrum.

Deutsch & Berufsorientierung für Migrant*innen bis 27 Jahre (ESF-Programm: AiS)

berufsbezogenes Deutsch B1-B2
Vorbereitung auf Berufsschulunterricht
Berufsorientierung, Bewerbungstraining
Praktikum (10 Std./Woche)
Zertifikat: telc Deutsch

Termine
Neukölln
08.07.19 – 09.04.20
02.09.19 – 11.06.20

Kreuzberg
19.08.19 – 27.05.20
02.09.19 – 09.07.20

* * *
Sophie Stettner
sophie.stettner@a-qua.de
030 499 67 281
Weichselstr. 8c – 12043 Berlin

Deutsch B1-C1
Job-Coaching
Praktikum (10 Std./Woche)
Zertifikat: telc Deutsch Beruf

Termine
Kreuzberg
Online Marketing & Social Media
19.08.19 – 22.04.20

Heilberufe & Pflege
19.08.19 – 22.04.20

Neukölln
Erziehung & Soziales
02.09.19 ­– 07.05.20

Gastgewerbe & Tourismus
02.09.19 ­– 07.05.20

Deutsch A2-C1 für den Beruf
Zertifikat: telc Deutsch

Termine
Kreuzberg
Basiskurs C1 11.10.19 – 11.02.20
Basiskurs B2 27.05.19 – 16.10.19
23.07.19 – 10.12.19
11.10.19 – 10.03.20
Spezialkurs B1 29.07.19 – 18.11.19
11.10.19 – 11.02.20
Spezialkurs A2 11.10.19 – 11.02.20

Steglitz
Basiskurs C1 12.08.19 – 02.12.19
Basiskurs B2 12.08.19 – 09.01.20

* * *
Nico Nowack
nico.nowack@a-qua.de
030 616 57 26
Köpenicker Str. 9a – 10997 Berlin

Deutsch A1-B1 + Orientierungskurs
Zertifkate: Deutsch-Test für Zuwanderer
Leben in Deutschland

Termine
Kreuzberg
B1 Modul 5 19.07.19 – 15.08.19
Modul 6 16.08.19 – 12.09.19
Orientierungskurs 13.09.19 – 10.10.19

A1-A2 Modul 1 11.10.19 – 07.11.19
Modul 2 08.11.19 – 05.12.19
Modul 3 06.12.19 – 14.01.20

Charlottenburg
A1-A2 Modul 1 12.08.19 – 06.09.19
Modul 2 09.09.19 – 07.10.19
Modul 3 08.10.19 – 04.11.19

* * *
Nico Nowack
nico.nowack@a-qua.de
030 616 57 26
Köpenicker Str. 9a – 10997 Berlin

Als gemeinnütziger Bildungsträger wird A&QUA durch das BAMF, den Europäischen Sozialfonds, das Land Berlin und verschiedene Berliner Jobcenter gefördert.
A&QUA gGmbH
Gesellschaft für Bildung, Arbeit und Qualifizierung
Köpenicker Straße 9a – 10997 Berlin

Tel. 030 616 57 26 aqua@a-qua.de

http://www.a-qua.de

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MINT-Sprachkurse und Gaststudium für Geflüchtete an der TU Berlin

Noch Plätze frei: Neue MINT*-Sprachkurse für Geflüchtete an der TU Berlin

*MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik

Das Studienkolleg der TU Berlin bietet regelmäßig studienvorbereitende Deutschkurse für Geflüchtete an. Die Kurse starten auf den Niveaustufen B2 und C1. Sie dauern drei bzw. sechs Monate und vermitteln Deutsch als Wissenschaftssprache für Ingenieur- und Naturwissenschaften. Abgeschlossen werden die Sprachkurse mit der Feststellungsprüfung Deutsch. Diese gilt als Sprachnachweis für die Bewerbung zum Studium.

Zum Wintersemester 2019/20 starten neue Kurse, für die man sich aktuell online bewerben kann:

C1 Sprachkurs
Kursbeginn: 19.08.2019
Voraussetzungen: B2-Deutschkenntnisse, direkte Hochschulzugangsberechtigung, Studienwunsch im Bereich Ingenieur- oder Naturwissenschaften an der TU Berlin
Bewerbung: bis 07.08.2019 auf http://www.tu-berlin.de/?id=169050

B2 Sprachkurs
Kursbeginn: 16.09.2019
Voraussetzungen: B1-Deutschkenntnisse, Hochschulzugangsberechtigung (direkt oder indirekt), Studienwunsch im Bereich Ingenieur- oder Naturwissenschaften an der TU Berlin
Bewerbung: 08.08.-05.09.2019 auf http://www.tu-berlin.de/?id=169050

Die Kurse Enden im Dezember 2019 (C1) bzw. im März 2020 (B2). Eine Studienbewerbung ist damit zum Sommersemester 2020 möglich.

Gaststudium In(2)TU Berlin

Zum Wintersemester 2019/20 wird es außerdem wieder möglich sein, sich als Gaststudent*in im Rahmen des Programms In(2)TU Berlin anzumelden: Gaststudierende können Lehrveranstaltungen besuchen und so einen Einblick in das Studium an der TU Berlin erhalten. Mit Einverständnis der Dozierenden können darüber hinaus Prüfungen abgelegt und damit anrechenbare Studienleistungen für ein späteres Studium erworben werden.

Die Anmeldung erfolgt in der Allgemeinen Studienberatung. Grundkenntnisse in Deutsch und/oder Englisch sind wünschenswert, ein bestimmtes Sprachniveau ist für die Teilnahme aber nicht erforderlich. Es wird empfohlen, sich bis spätestens 14.10.2019 anzumelden. Weitere Informationen auf: http://www.tu-berlin.de/?id=164055

Infoveranstaltung für Geflüchtete: Wie „funktioniert“ Studieren in Deutschland?
am 11.09.2019, 17 Uhr, Raum 0110 im Hauptgebäude der TU Berlin

Ausführliche Informationen zu Sprachkursen und Gaststudium erhalten Interessierte bei unserer Infoveranstaltung für Geflüchtete. Darüber hinaus geben wir einen Überblick über das deutsche Bildungssystem. Wir geben Tipps, was man bei der Studienbewerbung beachten sollte und zeigen, welche Möglichkeiten es speziell für Geflüchtete gibt.
Weitere Informationen auf: http://www.studienberatung.tu-berlin.de/wegweiser_studium

Bei Fragen zu den Sprachkursen und zum Studium an der TU Berlin wenden Sie sich gern an:

Allgemeine Studienberatung
Technische Universität Berlin
Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
Raum 0070, Hauptgebäude
Sprechzeiten: Mo. 9.30-12.30 Uhr / Di. 14-18 Uhr / Do. 14-18 Uhr / Fr. 9.30-12.30 Uhr
E-Mail: in2@tu-berlin.de

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Bild Artikel über Mohamed Hisham: „Ich will den Islam mit Fakten widerlegen“

Vor einiger Zeit schrieb Rebecca Sommer, Leitung der AG F+M, einen Artikel über Mohamed Hisham.

Nun wurde ein weiterer Artikel in der Bild veröffentlicht:
In Ägypten wegen Gottlosigkeit verfolgt- Ich will den Islam mit
Fakten widerlegen

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Kritik an den neuen Beschlüssen des Bundestags: Fatale Folgen für asylsuchende Frauen

Von Terre de Femmes

Am 07. Juni 2019 beschloss die Bundesregierung im Schnellverfahren eine Reihe von Gesetzen zu Asyl, Abschiebung und Einwanderung, die schwere Folgen für asylsuchende Frauen mit sich bringen.

Zum einen wurde das Gesetz zur Entfristung des Integrationsgesetzes verabschiedet, in welchem die Wohnsitzauflage für internationale Schutzberechtigte verankert ist.

Die Wohnsitzauflage wurde 2016 eingeführt und verpflichtet AsylbewerberInnen, drei Jahre in dem Bundesland und oft auch in der Kommune zu bleiben, in dem ihr Asylantrag bearbeitet wird. Die Regelung sollte befristet bis zum 06. August 2019 gelten, ist nun nach Beschluss des Bundestags jedoch endgültig festgeschrieben.

Die Entfristung des Integrationsgesetzes bringt schwere Folgen für Asylbewerberinnen mit sich. Frauen, die Gewalt ausgesetzt sind und sich von ihren gewalttätigen Partnern trennen wollen, werden von der Wohnsitzauflage maßgeblich eingeschränkt. Sie benötigen eine behördliche Genehmigung, um ihren Wohnsitz zu ändern und müssen darauf hoffen, dass der örtliche Träger ihrer Sozialleistungen für die Kosten eines Frauenhausplatzes aufkommt. Außerdem kann sich eine Aufhebung der Wohnsitzregelung wegen häuslicher und sexualisierter Gewalt und/oder Zwangsverheiratung mehrere Monate hinziehen, was gewaltbetroffene Frauen in einer sehr vulnerablen Lage zurücklässt.

Ebenso hat der Bundestag das sogenannte „Geordnete-Rückkehr-Gesetz“ zur „besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht“ beschlossen, welches schnellere Ausweisungen ermöglichen soll. Auch hier sind die Auswirkungen für Frauen enorm. Derzeit werden Frauen mit Kleinkindern schon in andere europäische Länder überstellt, obwohl in diesen keine Unterkunft sichergestellt ist. Solche Abschiebungen werden durch das Gesetz erleichtert. Außerdem können Frauen in Abschiebehaft selten ihr Recht auf geschlechterspezifisches Asyl durchsetzen, da ihnen kaum eine Asylverfahrensberatung angeboten wird. Darüber hinaus werden zivilgesellschaftliche Organisationen durch die beschlossene Regelung stark eingeschüchtert und kriminalisiert. Zukünftig machen sie sich strafbar, wenn sie in irgendeiner Weise eine (erfolgreiche) Abschiebung verhindern.

Die verabschiedeten Gesetze des Bundestags schränken die Grundrechte der Menschen massiv ein und sind integrationshemmend. Zudem finden spezifische Situationen von Mädchen und Frauen keine hinreichende Berücksichtigung. Den geflüchteten Mädchen und Frauen, die von sexualisierter und häuslicher Gewalt betroffen sind, wird durch die beschlossenen Maßnahmen die gesamtgesellschaftliche Integration und der Ausbruch aus dem Kreislauf der Gewalt erschwert. Die Regelungen widersprechen der Istanbul-Konvention zum Schutz vor Gewalt. TERRE DES FEMMES fordert die Bundesregierung auf, diese Gesetze in Bezug auf Frauenrechte zu prüfen bzw. zu verändern und die Istanbul-Konvention zu beachten.

Terres de Femmes, Stand 06/2019

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Ich bin Mohamed, und ich bin Atheist.

VON REBECCA SOMMER, Leitung der AG F+M

Nachdem ich seit 2012 als ehrenamtliche Flüchtlingshelferin tätig bin, und schon mit allen möglichen Flüchtlingen zu tun hatte, kam ich schon lange zu der Erkenntnis, dass viele, wenn nicht die meisten, überhaupt keine echten Flüchtlinge nach den Standards der UN Genfer Konvention sind.

Das ist nicht der Fall bei Mohamed Hisham.

11 scheint eine wichtige Zahl im Leben von Mohamed zu sein.
Mohameds Terror begann am 11. Februar 2018 , als der couragierte 28 jährige Ägypter als Gast in der religiösen Alhadath Aloum TV Show in seinem Heimatland on-Air ging,
(Videolink)

Das Video wurde viral und schlug weltweit Empörungswellen.

Genau am 11. Mai 2019 setzte er seine Füße auf europäischen Boden, um Freiheit und Sicherheit zu suchen.

Ich erinnere mich an den genauen Moment, als ich das Video zum ersten Mal sah. Mohamed versuchte in der TV Show dem Show-Moderator Mahmoud Al Abd Al-Halim und dem anwesenden Scheich (Imam), dem ehemaligen Stellvertreter vom machtvollen Al-Azhar (dem religiösen Arm der Regierung), zu erklären, dass er nicht an Gott glaubt, sondern an die Wissenschaft.

Dass man keine Religion benötige, um moralische Werte zu haben oder ein vollständiges gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft zu sein.

Der Moderator und der religiös-politische Imam flippten aus. “Wie kannst du das sagen? Wer hat dich erschaffen, warum gibt es dich?” Es war unfassbar für beide, Mohameds Äußerung anhören zu müssen.

Mohammed antwortete, dass es viele Theorien darüber gebe, wie Leben entsteht, zum Beispiel gäbe es da die Big-Bang-Theorie oder…. und schon wurde er aggressiv von einem empörten TV-Moderator gescholten: “Sprich Arabisch”, während Mohamed versuchte, dem Moderator zu erklären, dass wissenschaftliche Bezeichnungen wie die für die Urknalltheorie in der arabischen Sprache nicht existieren würden, bevor er schon wieder unterbrochen wurde. Er durfte nicht einmal seinen Standpunkt erklären.

Der Moderator schäumte “Du leugnest die Existenz Gottes und lehnst unsere Prinzipien und unsere Religion ab.” “Ist es so schlimm?” fragte Mohamed zurück.

“Natürlich. Du bist hierher gekommen, um über eine bestimmte Idee zu sprechen, hast aber nichts zu bieten”, keifte der Moderator. “Du bietest Atheismus, du bietest Ketzerei”, und entschuldigte sich im selben Atemzug sichtlich sauer bei den Zuschauern dafür, dass er in seiner Show Jemanden von “dieser Art” eingeladen hatte. Zu Mohamed sagte er, dass er nicht mehr in der Show bleiben dürfe, weil seine Ideen unangemessen seien und solche destruktiven Ideen verboten wären…

Er erniedrigte weiterhin Mohamed vor den Zuschauern und behauptete, Mohamed habe kein einziges überzeugendes Wort gesagt.

Das Gesicht von Mohamed, das für Sekunden über den Videoscreen huschte, während der Moderator ihn beleidigte, war genau der Moment, in dem mein Herz zu Mohamed hinüberflog.

Er hatte ein so ehrliches, aufrichtiges Gesicht, er war sichtlich getroffen und verletzt, während der TV-Moderator ihm befahl das Fernsehstudio zu verlassen, obwohl er doch einfach nur erklären wollte, warum er Atheist ist.

Und konnte nicht einmal zu Wort kommen, um seine Ansichten zu erklären. Er wurde abgewürgt, unterbrochen und vor Millionen von Zuschauern ehrverletzend beschimpft und diffamiert.

Der Regierungsreligiöse Scheich verspottete Mohammed, weil nicht sein konnte was nicht sein darf – ein Mensch der nicht an Gott glaubt: “Schau, du brauchst eine psychiatrische Behandlung. Viele junge Menschen leiden heute an psychischen Erkrankungen, die auf materielle oder psychische Umstände zurückzuführen sind”.

Der Moderator hetzte, indem er in die selbe Kerbe haute: ”Es ist, wie Scheich Mahmoud sagt, hast du einen Psychiater besucht? Ich rate dir, das Studio zu verlassen und direkt in eine psychiatrische Klinik zu gehen. Du solltest nicht hier sein. Leider kann ich dich nicht länger hier (in der TV Show) lassen.”

Mohamed saß dort, und er war das Gesicht so vieler arabischer junger Männer und Frauen, die nach Antworten suchen, anderswo als im Koran. Menschen, die wachsen, diskutieren, verstehen, lernen, sich entwickeln und frei sein wollen, in Geist und Verstand. Die die Ketten eines religiösen Gefängnisses abwerfen wollen, welches sie und letztendlich alle Menschen als Geiseln gefangen hält und ihr Denken und Leben bestimmt.

Es war dieses traurige Gesicht von Mohamed, an das ich mich haargenau erinnern konnte, als ich von Kian Kermanshahi, einem deutschen Kurden und schiitischen Ex-Muslim (Link), hörte, dass Mohamed in Deutschland angekommen ist.

Kian musste nur sagen: “Der Atheist, der aus dieser ägyptischen TV-Show geworfen wurde, und ich wusste, dass es Mohamed war.”

Heute habe ich stundenlang mit ihm gesprochen, er ist ein kluger junger Mann, der fließend Englisch spricht.

Nachdem er in der TV-Show ausgestrahlt wurde, wurde sein Leben zur lebenden Hölle. Seine streng orthodox muslimische Familie war wütend. Bis zu dem Moment, in dem er sich entschied, diese Show zu besuchen, hatte er seinen Unglauben versteckt. Niemand wusste, dass er ein Atheist war. Aus gutem Grund: Auch wenn Ägypten einst auf dem Weg zu einem modernen Land war, mit einem Präsidenten, der über die Idee lachte, dass Frauen Hijabs tragen müssen, verfiel es wie so viele Länder mit muslimischer Mehrheit jeden Tag immer weiter in sich verschärfende Scharia-Lebensregeln zurück.

Wo jede Handlung, jeder Gedanke, jede Äußerung in Haram oder Halal gemessen wird. Wo Geschlechterapartheid herrscht, wo Frauen und Mädchen als Objekte und als Eigentum von Männern beherrscht und dementsprechend missbraucht werden, wo zunehmend das Scharia-Recht die Justiz beherrscht und die Gesellschaft selbst jeden Einzelnen, jede Familie, jedes Dorf oder jede Gruppe nach diesem islamischen Regelwerk be- und verurteilt und unter Druck setzt.

Bedauerlicherweise sind viele muslimische Flüchtlinge, die hierher kommen, wahre Anhänger des Scharia-Rechts, welches sich in vielen Teilen gegen die universellen Menschenrechte und auch gegen unser Grundgesetz richtet. Was leider viele Deutsche nicht verstehen, sehen sie den Islam doch als eine friedliche Religion und nicht als politisches Instrument unter dem Deckmantel der “Religion”, um Menschen, u. a. solche wie Mohamed, unter Kontrolle zu halten.

Die TV-Show, in der Mohamed auftrat, die Reaktion des TV-Moderators und Imams, spiegelt den genauen Status der Gefahren einer islamischen Ideologie wider, was diese m.M.n. den Menschen antut. Ein Ex-Muslim kann sogar getötet werden, nur dafür, dass er “den Islam” verlassen hat. Das ist verboten. So viel zum Thema, was für eine friedliche Religion der Islam ist.

Ich behaupte hier nicht, dass jeder Muslim so denkt oder sich so verhält. Ich habe Freunde, die religiöse Muslime sind, aber sie sind friedlich und haben wunderbare Charaktere – aber nicht wegen des Islam, sondern trotz des Islam! Das ist der Unterschied. Tut mir leid, das so sagen zu müssen.

Aber zurück zu Mohamed, mit dem ich bis eben stundenlang am Telefon sprach.

Als er nach der Ausstrahlung der TV-Show nach Hause kam, brach die Hölle los. Nachbarschaft, Familie, seine Freunde, er geriete in eine Spirale aus Hass, Gewalt, physischer und psychischer Gewalt. Er wurde zu den staatlichen religiösen Klerikern befohlen, wurde befragt, festgehalten, interviewt. Er wurde geschlagen, belästigt, erhielt hunderte Morddrohungen.

Der Druck kam von allen Seiten, er musste untertauchen.
Er war völlig allein, hatte niemanden, der ihn verstehen konnte.und wollte. Es ist ein Wunder, dass er nicht daran zerbrochen ist.

Was hat er eigentlich getan?
Er hatte es einfach gewagt, selbst zu denken, sich eine eigene fundierte Meinung zu bilden, und versucht seine Meinung zu äußern. Was ja inzwischen auch in Deutschland zusehends nicht mehr so einfach ist. Seine Meinung sagen zu dürfen, meine ich. Auch in Deutschland ist es zunehmend schwieriger seine Meinung zu äußern, ohne mit negativen Konsequenzen rechnen zu müssen.

Dass es in einem islamischen Land nicht einmal möglich ist den Islam zu verlassen, man sogar mit Mord und Totschlag rechnen muss, spricht für sich. Es sollte uns wirklich aufwecken, wenn man die enorme Ausbreitung des Islam durch eine schnell wachsende, teils doch recht orthodox-muslimische Bevölkerungsgruppe bedenkt, und auf schon andere Deutsche Ex-Muslime schaut, die unter Polizeischutz stehen und bewacht werden müssen, weil gegen sie Mordaufrufe in Form von Fatwas ausgesprochen wurden.

Eben weil der Islam und seine dazugehörenden Scharia-Regeln überhaupt nicht tolerant sind.

“Mohamed”, sagte ich zu ihm am Telefon. “Leider wirst du hier genau auf die gleichen Menschen und religiösen Einstellungen treffen, denen du zu entkommen versucht hast. Sie sind hier, in Massen. Du musst die Stimme der Menschen sein, die du dort zurückgelassen hast, die sich in der gleichen Situation befinden wie du, die sich verstecken und versuchen zu fliehen. Und du musst uns hier in Deutschland helfen, damit die Leute hier endlich aufwachen und erkennen, wie schlimm es ist, wenn wir den “Intoleranten” erlauben, durch unsere falsche Toleranz immer mehr Raum und Macht zu ergreifen”.

Mohamed hatte bereits in der kurzen Zeit, in der er hier ist, von der Tatsache gehört, dass ein muslimischer Mann hier zwei Frauen haben und sogar eine Staatsbürgerschaft bekommen kann – und sagte genau das, was ich von dieser Situation halte: “Es ist ungerecht, ich verstehe nicht, wie ein säkulares Land wie Deutschland solche Schariaregeln zulässt. Oder warum jemand, der eindeutig nicht die Werte und Normen von Deutschland leben will, Staatsbürger werden kann”.

Ich fragte ihn, was er hier in Deutschland vorhat. “Der erste Schritt zu einer religionsfreien Gesellschaft ist, aufzustehen und gehört zu werden. Ich möchte frei leben und vor den Gefahren des Islam warnen. Ich möchte sicherstellen, dass wir dorthin gelangen, wo die Werte der Aufklärung und die Menschenrechte noch immer gelten, und ich verspreche, mich denen in meinem neuen Zuhause anzuschließen, die versuchen zu verhindern, dass sich die Religion durchsetzt.”

Aus diesem Grund ist Mohamed Hisham seit Kurzem ein neues Mitglied von der Initiative an der Basis.

Als Elektroingenieur-Programmierer für Android-Anwendungen, sucht er nun eine Wohnung sowie eine Firma oder einen Arbeitgeber, der ihn einstellen würde, damit er nach “Berlini” ziehen kann! Wo er sich jetzt gerade in Deutschland aufhält, verrate ich lieber nicht.

text © Rebecca Sommer

Veröffentlicht unter Asylbewerber طالبي اللجوء, Flüchtlinge - اللاجئين, Solidarität statt Ausgrenzung – Flüchtlinge willkommen!

Veranstaltungsreihe Wegweiser Studium: Infovortrag für Geflüchtete 12.06.2019, 17 Uhr, Raum 0110 im Hauptgebäude der TU Berlin

Mit der Veranstaltungsreihe „Wegweiser Studium“ beantwortet die Allgemeine Studienberatung der TU Berlin regelmäßig wichtige Fragen rund um das Thema Studium: Studieninteressierte erhalten einen Einblick in das Studienangebot der TU Berlin und bekommen Tipps zu ihrer Studienentscheidung.

Im Rahmen der Reihe „Wegweiser Studium“ bieten wir auch eine Informationsveranstaltung speziell für Studieninteressierte mit Fluchthintergrund an. Dabei werden Fragen beantwortet, wie: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Ausbildung und Studium? Sollte ich lieber an der Fachhochschule studieren oder an der Uni? Was davon ist „das Beste“ für mich und welche Voraussetzungen muss ich erfüllen?
Wir geben einen Überblick über das deutsche Bildungssystem und zeigen, welche Möglichkeiten es an der TU Berlin speziell für Geflüchtete gibt.

Was? Infovortrag: Wie „funktioniert“ Studieren in Deutschland?

Wann? am 12.06.2019, 17 Uhr

Wo? Hauptgebäude der TU Berlin, Raum 0110
Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin

Für wen? Studieninteressierte mit Fluchthintergrund, Betreuer*innen, alle Interessierten

Das gesamte Programm der Reihe Wegweiser Studium finden Sie hier: http://www.studienberatung.tu-berlin.de/wegweiser_studium

Weitere Informationen zu den Angeboten der TU Berlin für Geflüchtete: http://www.studienberatung.tu-berlin.de/in2tu

Bei Fragen zur Veranstaltung stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Katharina Kube
Projektleitung In(2)TU Berlin

In(2)TU Berlin – Allgemeine Studienberatung
In(2)TU Berlin – Academic Advising Service

Abteilung I Studierendenservice
Department I Student Services
Technische Universität Berlin
Straße des 17. Juni 135, 10623 Berlin
Raum 0070, Hauptgebäude
Room 0070, main building

Sprechzeiten: Mo. 9.30-12.30 Uhr / Di. 14-18 Uhr / Do. 14-18 Uhr / Fr. 9.30-12.30 Uhr
Office hours: Mon. 9.30 a.m.-12.30 p.m. / Tue. 2-6 p.m. / Thu. 2-6 p.m. / Fri. 9.30 a.m.-12.30 p.m.

in2@tu-berlin.de
http://www.studienberatung.tu-berlin.de

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BAMF informiert“ Fachkräftemigration – Deutschland im Europäischen Vergleich Spitze bei Erteilung von Blaue Karte EU – Nachfragetrend steigend“

Mit über 100.000 in Deutschland erteilten Blauen Karten EU an hochqualifizierte Zuwanderer seit Einführung im August 2012 und gut 27.000 allein im letzten Jahr wurden neue Höchstzahlen erreicht. Damit setzt sich die jährliche Steigerung von über 20 % seit 2014 fort, Deutschland liegt bei der Erteilung der Blauen Karte innerhalb der Europäischen Union an der Spitze.

Insgesamt 103.936 Blaue Karten EU wurden bis Ende 2018 an hochqualifizierte Zugewanderte in Deutschland erteilt. Dabei setzte sich die steigende Nachfrage auch im vergangenen Jahr fort: Im Jahresvergleich wurden 2018 in Deutschland 25,4% mehr Blaue Karten EU erteilt. Davon entfielen 42,3% auf Neuerteilungen, also auf Personen, die zuvor noch keinen Aufenthaltstitel in Deutschland hatten. Die restlichen 57,8% erstreckten sich auf Personen, die im Bundesgebiet bereits eine Blaue Karte EU (Verlängerungen) oder einen anderen Aufenthaltstitel besaßen (Statuswechsler), z.B. eine Aufenthaltserlaubnis zu Bildungszwecken.

Die größte Beliebtheit erfreut sich die Blaue Karte EU weiterhin bei Menschen aus Indien. Mit fast einem Drittel der erteilen Blauen Karten liegen sie mit großem Abstand weiterhin an erster Stelle, gefolgt von Zugewanderten aus China, Russland, der Türkei und Brasilien.

Deutschland im Europäischen Vergleich Spitze
Die Blaue Karte EU ist eine zunächst befristete Aufenthaltserlaubnis und soll die Zuwanderung hochqualifizierter Fachkräfte aus Drittstaaten fördern, um den Fachkräftebedarf in der Europäischen Union decken zu können. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Erteilung der Blauen Karte mit weitem Abstand vorne. Knapp 85 % aller Erteilungen entfielen auf Deutschland.

„Die Zahlen zeigen ganz deutlich: Deutschland wird immer attraktiver für hochqualifizierte Zuwanderinnen und Zuwanderer aus Drittstaaten. Und wir gehen davon aus, dass die Beliebtheit der Blauen Karten EU auch in Zukunft anhalten wird“, sagt Andrea Schumacher, Vize-Präsidentin des Bundesamtes.

Blaue Karte-Inhaberinnen und Inhaber kommen, um zu bleiben
Die Mehrheit der hochqualifizierten Zugewanderten entscheidet sich für einen dauerhaften Verbleib in Deutschland. Zum Stichtag 31.12.2018 waren in Deutschland 51.130 Personen im Besitz einer Blauen Karte EU. Darüber hinaus verfügten bereits 28.200 Menschen, die über die Blaue Karte nach Deutschland gekommen waren, über eine Niederlassungserlaubnis. Die Zahlen lassen auf die hohe Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Deutschland für hochqualifizierte Drittstaatsangehörige schließen.

Weitere Informationen und Zahlen zur Blauen Karte EU finden Sie hier: http://www.bamf.de/blauekarte-2018.

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Integrationskurs beginnt fast immer innerhalb weniger Wochen nach Anmeldung

Pressemitteilung BAMF:

Wer sich heute für einen Integrationskurs angemeldet hat, kann in der Regel innerhalb von sechs bis acht Wochen mit diesem Kurs beginnen. Entsprechende Kapazitäten sind vorhanden: In den nächsten drei Monaten sind Kurse mit rund 58.000 Plätzen geplant; der Großteil dieser Plätze (45.000) ist derzeit noch verfügbar.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) vergibt Berechtigungen für die freiwillige Teilnahme an Integrationskursen, andere staatliche Stellen – Ausländerbehörden, Jobcenter oder Träger der Leistungen für Asylbewerber – verpflichten Menschen zur Teilnahme. Viele Personen warten dann mit der eigentlichen Anmeldung einige Zeit ab – Verpflichtete länger als Freiwillige.

„Als Wartezeit kann daher nur die Zeit zwischen der Anmeldung und dem Beginn des Kurses gelten“, stellt BAMF-Präsident Dr. Hans-Eckhard Sommer klar. „Die Zeit, die jemand braucht, um sich nach Erhalt seiner Berechtigung oder gar Verpflichtung auch wirklich beim Kursträger anzumelden, können wir hingegen nicht beeinflussen, da dies davon abhängt, wie viel Zeit sich jemand für die Anmeldung nimmt.“

„Nicht-Teilnehmer“ vergrößern den statistischen Mittelwert
Die eigentliche Wartezeit liegt seit Jahren konstant bei fünf bis sieben Wochen im Median bzw. bei acht bis 14 Wochen im arithmetischen Mittel. Das allerdings enthält auch die Fälle, bei denen sich potentielle Teilnehmende zwar angemeldet, den Kurs aber zunächst nicht angetreten haben oder auch diejenigen, die aus diversen Gründen ihre Teilnahme von sich aus verschieben mussten. Diese „Ausreißer“ verzerren den rechnerischen Mittelwert.

Der gleiche Effekt ist bei der Zeit zwischen Berechtigung oder Verpflichtung und dem Kursbeginn zu beobachten, der Zugangszeit. Auch hier liegen die Median-Werte mit 4,5 Monaten für Verpflichtete und 2,2 Monaten für freiwillig Teilnehmende deutlich unter dem zuletzt zitierten arithmetischen Mittel von 8,1 bzw. 4,3 Monaten.

Der Median sei die einzige Möglichkeit, dies realistisch abzubilden, betont BAMF-Chef Dr. Sommer: „Wegen einiger Nicht-Teilnehmer dürfen wir nicht das funktionierende System ausdifferenzierter Kurse in Zweifel ziehen.“

Ergänzende Informationen erhalten Sie in unserer Integrationskurs-Geschäftsstatistik:
http://www.bamf.de/DE/Infothek/Statistiken/InGe/inge-node.html

Veröffentlicht unter Flüchtlinge - اللاجئين