Mitglieder unserer Arbeitsgruppe Flucht+Menschenrechte im Fachgespräch über die drohende Vernichtung von Minderheiten in Syrien im Abgeordetenhaus Berlin (19.09.2014)

Zwei Nah Ost Experten unserer Arbeitsgruppe Flucht+Menschenrechte erörterten am 19 September 2014 im Berliner Abgeordnetenhaus die Bedrohungen und Gewaltexzesse durch ISIS an den Yeziden, Christen, Assyrern und Aleviten sowie Optionen einer Unterstützung durch UN-Mandat.

Abgeordnetenhaus-Syrien_Veranstaltung

Andy Jauch, MdA SPD-Fraktion und Präsidiumsmitglied des Landtages hielt die Eröffnungsrede.

”Die islamistischen Terrororganisationen IS, Al Nusra und die Salafisten führen einen Vernichtungskrieg (Genozid) gegen die Minderheiten der Kurden, Yeziden, Christen, Assyrer, Drusen, Aleviten, Aramäer und Armenier im Irak und Syrien – in der historischen Heimat dieser Völker. Hunderttausende Menschen sind bereits auf der Flucht unter unmenschlichen Bedingungen; tausende sind bereits entführt, massakriert und getötet vor allem Frauen und Kinder.” sagte Frau Sinem Mohamed, Ko-Präsidentin des Volksrates in Rojava – Syrien.

“Die Vereinten Nationen -UN- muss diesen staatenlosen Menschen zur Hilfe eilen.
In diesem Fachgespräch wollen wir zusammen mit Experten*Innen Möglichkeiten diskutieren wie die UN diese ethnisch und religiösen in ihren Siedlungsgebieten schützen kann und muss. Konkret heißt das wie entsprechende Konventionen und Resolutionen der UN aber auch der EU zum Schutz der Minderheiten angewandt werden können und wie die UN in solch einem Prozess gestärkt werden kann“ sagte Arbeitsgruppe Flucht+Menschenrechte Mitglied Giyasettin Sayan, von United Nations Associates – Kurd (UNA-Kurd).

Arbeitsgruppe Flucht+Menschenrechte Mitglied Yonan Shlamon, von der Assyrische Föderation,  erklärte den Teilnehmern das sein Volk der christlichen Assyrer in den Nahoststaaten Irak, Iran, Syrien, Türkei, und Libanon lebt. “Die Assyrer sind die Nachfahren der Christen des Vorderen Orients, die seit dem 3. Jahrhundert im Gegensatz zu der byzantinischen Reichskirche selbständige (autokephale) Kirchen gründeten und nicht das Griechische, sondern das Syrische (s.u.) als Liturgie- und Theologiesprache verwendeten. Sie selbst führen ihre Existenz auf die altorientalischen Völkerschaften der Assyrer, Babylonier und Aramäer zurück, die seit der 2. Hälfte des 3. Jahrtausends v. Chr. in Syrien und Mesopotamien ansässig wurden.

Das römische Reich, die Herrschaft der neupersischen Sasaniden, Byzanz, das arabische islamische Kalifat, die Mongolenstürme und die Herrschaft der Osmanen bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts prägten die Bewohner der wechselnden Staatsgebilde. Eine Minderheit der Christen des Vorderen Orients überstand die Einschmelzung in den Islam und bildete bis zum Ersten Weltkrieg eine kleine Sprach- und Religionsgemeinschaft in einem geschlossenen Siedlungsgebiet Obermesopotamiens.”

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