Berlin -Integration fördern, Kriminalität verhindern? Maßnahmenpaket für junge Geflüchtete -z.B. am ALEX

Berlin-Integration fördern, Kriminalität verhindern: Scheeres stellt zusätzliches Maßnahmenpaket für junge Geflüchtete vor, Pressemitteilung vom 14.07.2017

Engmaschige Betreuung, sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten, Freizeitangebote und die Vermittlung von rechtsstaatlichen Normen: Mit einem Maßnahmenpaket fördert die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie die frühzeitige Integration von jungen Geflüchteten, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, dass sie straffällig werden oder die schon straffällig geworden sind. Grundlage dafür ist das Berliner Präventions-und Sicherheitspaket, das der Senat im Januar 2017 beschlossen hat. Das Maßnahmenpaket ist eine Ergänzung zum bestehenden Regelangebot der Jugendarbeit und Jugendhilfe, zu den durch den Masterplan Integration finanzierten Maßnahmen und zu bereits existierenden Projekten zur Prävention von Delinquenz im Jugendalter wie SToP. Zugleich stellt es die jugendhilfegerechte Unterbringung und Betreuung der jungen Geflüchteten sicher. Für die Maßnahmen stehen in diesem und den nächsten beiden Jahren rund zwei Millio-nen Euro zur Verfügung.
Das Maßnahmenpaket kann ab dem 1. August 2017 umgesetzt werden. Die Projekte richten sich an junge Geflüchtete im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Darunter sind
Moabiter Ratschlag e. V: „JugendAktionsRaum Alex“. Unter den vielen jungen Menschen, die sich täglich am Alexanderplatz aufhalten, sind viele Geflüchtete. Die Polizei geht von 80 bis 100 am Tag aus. Es gibt dort bereits verschiedene Streetwork-Angebote am Nachmittag. Der Moabiter Ratschlag e. V. ist Träger des Platzmanagements für junge Menschen. Er plant, künftig von Mittwoch bis Samstag von 16:00 bis 21:00 Uhr Freizeit-, Sport-und Begegnungs- sowie Beratungsmöglichkeiten gerade für junge Geflüchtete anzubieten. Es soll dafür eine Anlaufstelle eingerichtet werden. Durch die niedrigschwelligen Angebote soll der Zielgruppe eine alternative Freizeitgestaltung ermöglicht werden und es sollen tragfähige positive Beziehungen und gute Begegnungen mit anderen Nutzergruppen am Platz gefördert werden.

Deutsch-Arabisches Zentrum für Bildung und Integration (DAZ): „Khalas!“ Das Projekt ist als sozialpädagogische Sofortreaktion auf delinquente Verhaltensmuster junger Menschen mit arabischem Migrationshintergrund konzipiert. Ziele sind die Aufarbeitung der Straftat, Normverdeutlichung, Entwicklung einer realistischen Perspektive und Anbindung an die Regelsysteme der Kinder- und Jugendhilfe. Die Erziehungskompetenz der Eltern soll gestärkt werden. Auch Hausbesuche werden durchgeführt. In der Anlaufstelle beim DAZ werden zudem Möglichkeiten der Freizeitgestaltung mit Gleichaltrigen geschaffen.

Gangway e.V.: Übergangsmanagement an der Schnittstelle von Untersuchungshaft und Jugendhilfe. Noch während der U-Haft sollen mit den Inhaftierten die Rahmenbedingungen für die Zeit nach der Entlassung geklärt werden (Kontakt zum Jugendamt, Unterbringungssituation, Beratungsangebote vermitteln). Dies ist besonders wichtig, wenn junge Geflüchtete hier keine Familienangehörigen haben. Durch eine engmaschige sozialpädagogische Betreuung sollen Drehtüreffekte und weiteres kriminelles Verhalten verhindert werden.

Durchbruch e.V.: Berufliche Orientierung und tagesstrukturierendes Angebot „Metallverarbeitung und Montage“. Das modular aufgebaute Qualifizierungsangebot ist auf sechs Monate angelegt. Es umfasst sechs in sich geschlossene berufliche Ausbildungsteile. Damit ist es für Geflüchtete geeignet, die keine dauerhafte Bleibeperspektive haben. Die einzelnen Module werden mit einem Prüfungsstück abgeschlossen. Die Teilnehmenden erhalten zum Abschluss ein Zertifikat und eine Dokumentation. Am Ende der Maßnahme besitzen sie damit bis zu sechs berufsspezifische Teilqualifikationen zur Weiterentwicklung für ihren weiteren beruflichen Werdegang.

Bildungsmanufaktur des Jugendkunst-und Kulturzentrums Schlesische 27: Die Bildungsmanufaktur des Trägers bietet von Montag bis Freitag tagesstrukturierende Angebote mit Berufsorientierung für junge Geflüchtete. Die Verweildauer beträgt jeweils rund 4 Monate. Jeder Tag beginnt mit eineinhalb Stunden Deutschunterricht. Darauf folgen vier Stunden in Holz-, Glas-, Metall-, Keramik und Kunststoffwerkstätten. Für die erfolgreiche Teilnahme gibt es ein Zertifikat der Handwerkskammer Berlin. Darüber hinaus finden Besuche in Betrieben statt. Die Arbeit in den Werkstätten wird u. a. von Künstlern und Designern begleitet. Eine interkulturelle Kochschule mit gemeinsamen Mittagsessen fördert das Gemeinschaftsgefühl und tragfähige positive Beziehungen.

Kick-School-Team in Willkommensklassen der Oberstufenzentren. Anknüpfend an die Erfahrungen des bisherigen „KICK-School-Teams“ der Sportjugend Berlin und der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit, wird ein mobiles Team von erfahrenen Sozialpädagogen und Poli-zeibeamten Workshops an OSZEs mit Willkommensklassen abhalten. Ziel ist die Vermittlung von Normen, Rollen, Werten und Gesetzen. Das Team arbeitet mit Rollenspielen, Übungen, kleinen Inszenierungen und diversen Sportangeboten. Selbst-Fokussierung und Konzentration werden gefördert, Regeln, Fairplay und angemessene Konfliktregelungen betont.

„Berliner Koordinierungsstelle“ zur Entwicklung flexibler (stationärer) Hilfesettings für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf. Die Stelle wird neu geschaffen. Manche Jugendliche, sprengen aufgrund ihres Verhaltens und/oder psychischer Beeinträchtigungen das soziale Gefüge in Jugendhilfeeinrichtungen, so dass es immer wieder zu Entlassungen kommt. Die Koordinierungsstelle arbeitet mit einem Trägernetzwerk aus den Bereichen Hilfen zur Erziehung und Jugendsozialarbeit sowie den Jugendämtern zusammen. Ziel der Koordinierungsstelle ist es, sich wiederholende Entlassungsmuster zu durchbrechen sowie ein auf den individuellen Bedarf des Jugendlichen zugeschnittenes und tragfähiges Hilfeangebot zu erarbeiten.

Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz (Stiftung SPI): Die Stelle wird personell verstärkt. Sie soll Gespräche zwischen Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz in Berlin anregen, Fachkräfte und ehrenamtliche Helfer beraten und weiterqualifizieren.

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