Nach Protest distanzierte sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) von dem Workshop des islamistischen Al-Mustafa-Institut und forderte dessen Absage

Von der Initiative F R E I r a u m statt H A R A M k u l t u r (FsH):

Nach Protesten von Stop the Bomb und Mina Ahadi mit Unterstützung verschiedener Organisationen und Einzelpersonen distanzierte sich das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) von dem Workshop des islamistischen Al-Mustafa-Institut und forderte dessen Absage.

Netzwerkzusammenarbeit und der beherzte Einsatz einzelner Personen und Gruppen haben sich gelohnt. Allen dafür herzlichen Dank!

Anbei das Video von der Initiative Freiraum statt Haramkultur,
Pressekonferenz vom 28.7.2017 im Haus der Bundespressekonferenz, Berlin.

Advertisements
Veröffentlicht unter Aufklärung über den Islam, Flüchtlinge - اللاجئين, Gleichberrechtigung I د جندر مساوات I Gender equality I المساواة بين الجنسين, ISLAM Islamists Islamismo الإسلامية al-ʾislāmiyyah إسلام سياسي ʾIslām siyāsī

Genau hinzuschauen, wenn es um die Integration von Neueinwanderern aus islamischen Ländern geht

Von unserem AG F+M Mitglied Christina Kettering.
Christina ist ehrenamtlich in einer von unseren AG F+M Deutschlehrergruppen in einem Wohnhaus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge tätig. Sie unterstützt zur Zeit ein junges Mädchen mit regelmäßigem Nachhilfeunterricht.

Nach jedem islamischen Anschlag wird er laut: der Ruf nach öffentlicher Distanzierung vonseiten der „moderaten“ Muslime. Und sie folgen ihm: Aiman Mazyek neben der Bundeskanzlerin gedenkt der Opfer der Anschläge von Paris, Lamya Kaddor organisiert einen Friedensmarsch der Muslime in Köln, der Dachverband der schiitischen Gemeinden in Deutschland -IGS – bietet als „Prävention gegen Extremismus“ einen vom Familienministerium geförderten Workshop zum Thema „Islam zwischen Rationalität und Radikalität“ an sowie „präventiv-pädagogische Bildungsworkshops“ für Jugendliche. Mohamed Taha Sabri, Imam der Neuköllner Dar-Assalam-Moschee, betet mit Vertretern anderer Glaubensrichtungen auf dem Breitscheidplatz für die Opfer des Anschlags auf den dortigen Weihnachtsmarkt 2016 und beteiligt sich im Juli 2017 am „Marsch der Muslime gegen den Terrorismus“. Sie alle grenzen sich öffentlich deutlich ab von den „Kriminellen“, die ihre Religion „missbrauchen“, ziehen scharfe Grenzen zwischen den Extremisten und sich selbst – den moderaten Muslimen. Und Gesellschaft und Politik tun es ihnen gleich. Der IGS sitzt in der Deutschen Islamkonferenz, seine Projekte werden mit staatlichen Mitteln gefördert, Sabri wurde mit dem Verdienstorden des Landes Berlin geehrt. Lamya Kaddor, Religionslehrerin in Nordrhein-Westfalen, ist als Vertreterin des liberalen Islam gern gesehener Gast in Talkshows.
Schaut man genauer hin, kommen jedoch Zweifel auf, was „moderat“ im Einzelnen bedeutet.
Am achten Juli veröffentliche der IGS auf seiner Facebook-Seite eine offizielle Presseerklärung des Vorstands zu der Gründung der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin und der geplanten „Ehe für alle“. Beides wird dort als „äußerst befremdliche(r) und besorgniserregende(r) Trend“ bezeichnet, „der Indizien auf eine geplante und organisierte gesellschaftliche Verirrung sowie die Verwässerung jeglicher Moral, Ethik und Religiosität aufweise“. Und weiter unten: „Wenn dann auch noch in dieser ,Moschee‘, die eigentlich ein Ort der Rechtleitung und Wegweisung zu den göttlichen Geboten sein soll, die Meinung vertreten wird, dass der Koran Homosexualität billigt und man sich damit schmückt, dass dort Homosexuelle nicht nur teilnehmen, sondern auch das Gebet leiten sollen, dann ist etwas gründlich falsch verstanden worden. Dies ist keine Moschee und das ist nicht der Islam.“

Sabri, der Imam der Dar-Assalam-Moschee, der sich so medienwirksam gegen den Terror abzugrenzen weiß, wird auch sonst gerne als Vorzeige-Imam gehandelt. Er lädt Rabbiner in seine Moschee ein und öffnet das Haus für ein Netzwerktreffen schwuler Führungskräfte. Gleichzeitig jedoch wird seine Moschee vom Verfassungsschutz beobachtet. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht wird sie als Verbindungsglied zur Muslimbruderschaft angeführt, einer Organisation, deren Ziel ein islamischer Staat ist und aus der auch die Hamas hervorging. 2013 und 2014 ließ er jeweils einen radikalen Prediger auftreten, der erste, Muhammad Al-Arifi, hat in Deutschland Einreiseverbot.

Anders verhält es sich mit Aiman Mazyek und Lamya Kaddor. Beide verstehen es, sich als liberale Vertreter eines europäischen Islam zu präsentieren, die beweisen sollen, dass der Islam eigentlich friedlich sei, alle fundamentalistischen Tendenzen lediglich Missbrauch unter falschem Namen bzw. „areligiöser Nihilismus“ (Mazyek). Und genau hier liegt das Problem: Mazyek leugnet bei jeder Gelegenheit einen Zusammenhang zwischen Islam und Islamismus und verweigert dadurch die von Reformern wie Ahmad Mansour geforderte innerislamische Aufklärung:

„Viele Aspekte der islamistischen Ideologien knüpfen an Grundlagen an, die ein verbreitetes, wenn auch nicht als radikal auffälliges Verständnis des Islam bereits geschaffen hat. Daher bietet auch dieses Mainstream-Islamverständnis dem Radikalismus, teils unwissentlich und ungewollt, eine Basis. Er trägt jedenfalls eine Mitverantwortung.“

Muslimische Kritiker wie Mansour, Hamed Abdel-Samad oder Abdel-Hakim Ourghi fordern schon längst die Anerkennung der Tatsache, dass Islam und Islamismus keine gesonderten Phänomene sind, sondern der „Islamismus die Aktivierung der im Islam enthaltenen Gewalt darstellt“ wie Samuel Schirmbeck sagt. Dabei fallen ihnen nicht nur linke europäische Intellektuelle, die eigentlich jede Bemühung um Aufklärung unterstützen sollten, in den Rücken, sondern auch sich als liberal gebende Muslime wie Lamya Kaddor. Kaddor, die sich nach der Veröffentlichung ihres Buchs aufgrund der zahlreichen Hasskommentare vom Schuldienst hat beurlauben lassen, tut sich besonders schwer damit, zwischen rechter Hetze und diskussionswürdiger Kritik zu unterscheiden. So warf sie im Zuge ihrer Buchveröffentlichung tatsächliche rechtsradikale Drohungen mit inhaltlich argumentierenden Kritikern in einen Topf. Im Zeit-Artikel „Islamkritik, die niemand braucht“ stellt sie fundierte Islamwissenschaftler wie Hamed Abdel-Samad und Necla Kelek auf eine Stufe mit Thilo Sarrazin und wischt ihre auf Argumentationen, Wissen und Recherche beruhenden Arbeiten mit einem Handstreich weg: „Und damit sind solche Schriften inhaltlich überflüssig und vor allem eins: unnütz.“ Frau Kaddor stellt in ihrem Artikel Behauptungen auf, ohne sie argumentativ zu belegen, und diskreditiert die Arbeit ihrer Gegner, die sich sehr wohl die Mühe der Argumentation machen, ohne auch nur auf eines der Argumente der Genannten einzugehen. Dieses Verfahren rechtfertigt sie auch noch:

„…dass sich die Auseinandersetzung mit „Islamkritikern“ eben nicht mit den Inhalten befassen sollte. Sie sollte sich allein darauf konzentrieren, die Strategien, Mechanismen und Instrumente der islamfeindlichen Szene einerseits und die ihrer Geistesverwandten, der islamischen Fundamentalisten, andererseits herauszuarbeiten. Die zunehmende Polarisierung in unserer Gesellschaft geht zu großen Teilen auf diese „Islamkritik“ zurück. Sie ist eines von zwei Elementen, die dafür verantwortlich sind, dass Vorurteile und Stereotype gegenüber Muslimen (gewaltbereit, rückständig, misogyn, extremistisch) zunehmen.“

Mit Islamkritik darf man sich also gar nicht erst befassen, Islamkritiker und islamische Fundamentalisten sind dasselbe und die Islamkritiker schuld an Ressentiments gegenüber Muslimen. Mit solchen Einstellungen trägt sie zu einer islamischen Öffnung nicht gerade bei – liberal ist etwas anderes.

Seyran Ates erhielt im Übrigen nach der Gründung der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee mehr als hundert Morddrohungen. Aiman Mazyek war nicht bereit, eine Stellungnahme zu der Neugründung abzugeben. Es gebe so viele Moscheen in Deutschland, er müsse nicht jede einzelne kommentieren, sagte er dem Tagesspiegel. Dass die liberale Moschee nicht irgendeine ist und ihre Vertreter mit dem Tode bedroht werden, beachtet er dabei nicht. Sie hätte die Unterstützung der Verbände bitter nötig. Wenn Mazyek die Verbreitung eines liberalen Islam so wichtig ist, wieso dann die ausbleibende Solidarisierung mit der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee?

Auch wenn diese Beispiele nicht in einen Topf geworfen werden können und zwischen der offenen Ablehnung von Homosexualität und der Zurückweisung von Kritik am Islam ein qualitativer Unterschied besteht offenbaren sie doch das Problem des öffentlich in Erscheinung tretenden moderaten Islam. Bei den genannten Einzelpersonen handelt es sich um deutsche Staatsbürger, in Deutschlang geboren und sozialisiert. Nun kamen allein im Jahr 2015 um die 800.000 Asylsuchenden hinzu, die meisten davon aus Ländern, in denen der Islam Staatsreligion ist. Dass diese Sozialisation in Fragen der Toleranz gegenüber Anders- bzw. Ungläubigen, der Gleichstellung der Geschlechter, der Haltung zum Rechtsstaat und zu Homosexualität zu Ansichten führt, die eine große Herausforderung für die Integration darstellen, ist schwer zu leugnen.

2013 führte Ruud Koopmans im Auftrag des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung die Studie „Fundamentalismus und Fremdenfeindlichkeit“ durch. Koopmans, der sich kontroversen Debatten ausgesetzt sieht, ist ein angesehener Wissenschaftler, der lange Zeit überzeugt war, dass Multikulturalismus besser sei als Assimilation, bis er selbst dazu eine vergleichende Studie durchführte („Multikulturalismus oder Assimilation“ ). In seiner Studie von 2013 befragte er Muslime und Christen in verschiedenen westeuropäischen Ländern zu ihren Einstellungen in Hinsicht auf unterschiedliche Fragen. Auch wenn sie nicht repräsentativ ist, wie Koopmans in der Studie selbst einräumt, weist sie erschreckende Tendenzen auf. Demnach stimmen 60 Prozent der befragten Muslime der Aussage zu: „Muslime sollten zu den Ursprüngen des Islam zurückkehren“, 75 Prozent der Aussage: „Es ist nur eine Auslegung des Islam möglich“ und 65 Prozent der Aussage: „Die religiösen Regeln sind wichtiger als das Gesetz des Landes, in dem ich lebe“. 45 Prozent der Muslime in Europa stimmen allen drei Aussagen zu und weisen damit ein geschlossen fundamentalistisches Weltbild auf (in Deutschland sind es 30 Prozent).

Vor diesem Hintergrund ist es umso wichtiger genau hinzuschauen, wenn es um die Integration von Neueinwanderern aus islamischen Ländern geht. Viele Ehrenamtliche, Lehrerinnen und Sozialarbeiterinnen können ein Lied davon singen, dass auch viele Muslime, die sich selbst als moderat bezeichnen, Alkohol trinken und mit Deutschen ausgehen, letztlich denken: „Sie machen ja ganz tolle Sachen, aber moralisch sind sie uns unterlegen“.
Solange die strikte Trennung zwischen gläubig und ungläubig, zwischen haram und halal weiter aufrechtgehalten und gepredigt wird, bleibt es schwierig von einem moderaten Islam zu sprechen.

Ein Bekenntnis gegen Terrorismus, ein medienwirksames interreligiöses Beten an Tatorten islamischer Anschläge reicht nicht aus. Ein wahrer liberaler Islam muss seine Kritiker, auch die, mit denen er nichts anfangen kann, akzeptieren. Er muss unterscheiden zwischen Fremdenfeindlichkeit und fundierter Kritik. Verbände, die sich selbst als Vertreter ganzer Glaubensgemeinschaften sehen, müssen selbstverständlich andere Interpretationen des Glaubens und Gründungen anderer Moscheen akzeptieren und dies ihren Anhängern auch vermitteln. Ein moderater, deutscher Imam muss dafür sorgen, dass nur moderate Prediger Gäste seiner Moschee sind, die die demokratischen Grundwerte teilen und diese auch predigen. Sollte all dies mit dem Islam – auch dem moderaten – nicht vereinbar sein, wie es z.B. die IGS in ihrer Pressemitteilung andeutet, muss die Frage gestellt werden, ob es einen moderaten Islam überhaupt geben kann:
„Einen moderaten Islam gibt es Ihrer Meinung nach nicht?
Das ist eine Erfindung. Der Islam hat den Anspruch das Leben eines Muslims zu regulieren, von dem Moment an, wo er aufwacht, bis hin zum Moment, wo er zu Bett geht. Wenn man sagt, es gibt einen moderaten Islam, der auf den Dschihad, auf die Scharia, auf Geschlechterapartheid und die Durchregulierung des Alltags verzichtet, was bleibt dann vom Islam übrig? Es gibt moderate Muslime, aber keinen moderaten Islam. Sie sind dann nicht wegen des Islams, sondern trotz des Islams moderat.“

Wenn wir auch nur eine Chance auf die Integration der neu Eingewanderten haben wollen, brauchen wir einen europäischen Islam, dessen offizielle Vertreter sich ohne Einschränkungen für Gleichberechtigung und liberale Werte einsetzen und jede Tendenz antiaufklärerischen Verhaltens augenblicklich verurteilen. Die bereit sind, eine Debatte zu führen über die fundamentalistischen Aspekte ihrer Religion und Kritik an einem Glaubenssystem nicht als Rassismus diskreditieren, um sich mit den Inhalten der Kritik nicht mehr auseinanderzusetzen zu müssen. Wir benötigen eine europäische Öffentlichkeit, die bereit ist, die Diskussion unideologisch zu führen und die liberalen Kräfte zu stärken, statt ihnen vorzuwerfen, Öl ins Feuer zu gießen, wie es vielfach geschieht. Wir müssen die Individuen gegen die Gemeinschaft stärken: die Mädchen und Frauen gegen das patriarchale Weltbild. Die, die dem Glauben abschwören oder ihn wechseln und deshalb bedroht werden. Die Homosexuellen, die Liberalen.

2015, im Taumel der neuen deutschen Willkommenskultur, wurden zahlreiche neue Flüchtlingshilfsorganisationen gegründet, die einen großen Zustrom ehrenamtlicher Helfer erhielten. Das ist gut. Allerdings haben viele dieser Helfer schnell frustriert wieder aufgegeben, als sie merkten, dass eine große Zahl jener, die sie mit großer persönlicher Anstrengung und Offenheit unterstützten, den Helfern weit weniger offen und respektvoll begegneten. Im Ergebnis führte das dazu, dass viele Ehrenamtliche sich ausgebrannt und frustriert zurückzogen, manche eine pauschale Abneigung gegen Flüchtlinge entwickelten. Die, die dabeigeblieben sind und trotz allem ihre Arbeit jenseits pauschaler Verurteilungen sowie naiver Schönfärberei weiterführen wollen, werden allein gelassen von einer Öffentlichkeit, die die Ehrenamtlichen zwar als die Helden des Jahres 2015 feiert, von den Kehrseiten ihrer Arbeit aber nichts wissen will.

Veröffentlicht unter Asylbewerber طالبي اللجوء, Europäisierung oder Islamisierung?, Flüchtlinge - اللاجئين, Gleichberrechtigung I د جندر مساوات I Gender equality I المساواة بين الجنسين, ISLAM Islamists Islamismo الإسلامية al-ʾislāmiyyah إسلام سياسي ʾIslām siyāsī, Islam und Menschenrechte | 1 Kommentar

Berlin -Integration fördern, Kriminalität verhindern? Maßnahmenpaket für junge Geflüchtete -z.B. am ALEX

Berlin-Integration fördern, Kriminalität verhindern: Scheeres stellt zusätzliches Maßnahmenpaket für junge Geflüchtete vor, Pressemitteilung vom 14.07.2017

Engmaschige Betreuung, sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeiten, Freizeitangebote und die Vermittlung von rechtsstaatlichen Normen: Mit einem Maßnahmenpaket fördert die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie die frühzeitige Integration von jungen Geflüchteten, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, dass sie straffällig werden oder die schon straffällig geworden sind. Grundlage dafür ist das Berliner Präventions-und Sicherheitspaket, das der Senat im Januar 2017 beschlossen hat. Das Maßnahmenpaket ist eine Ergänzung zum bestehenden Regelangebot der Jugendarbeit und Jugendhilfe, zu den durch den Masterplan Integration finanzierten Maßnahmen und zu bereits existierenden Projekten zur Prävention von Delinquenz im Jugendalter wie SToP. Zugleich stellt es die jugendhilfegerechte Unterbringung und Betreuung der jungen Geflüchteten sicher. Für die Maßnahmen stehen in diesem und den nächsten beiden Jahren rund zwei Millio-nen Euro zur Verfügung.
Das Maßnahmenpaket kann ab dem 1. August 2017 umgesetzt werden. Die Projekte richten sich an junge Geflüchtete im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Darunter sind
Moabiter Ratschlag e. V: „JugendAktionsRaum Alex“. Unter den vielen jungen Menschen, die sich täglich am Alexanderplatz aufhalten, sind viele Geflüchtete. Die Polizei geht von 80 bis 100 am Tag aus. Es gibt dort bereits verschiedene Streetwork-Angebote am Nachmittag. Der Moabiter Ratschlag e. V. ist Träger des Platzmanagements für junge Menschen. Er plant, künftig von Mittwoch bis Samstag von 16:00 bis 21:00 Uhr Freizeit-, Sport-und Begegnungs- sowie Beratungsmöglichkeiten gerade für junge Geflüchtete anzubieten. Es soll dafür eine Anlaufstelle eingerichtet werden. Durch die niedrigschwelligen Angebote soll der Zielgruppe eine alternative Freizeitgestaltung ermöglicht werden und es sollen tragfähige positive Beziehungen und gute Begegnungen mit anderen Nutzergruppen am Platz gefördert werden.

Deutsch-Arabisches Zentrum für Bildung und Integration (DAZ): „Khalas!“ Das Projekt ist als sozialpädagogische Sofortreaktion auf delinquente Verhaltensmuster junger Menschen mit arabischem Migrationshintergrund konzipiert. Ziele sind die Aufarbeitung der Straftat, Normverdeutlichung, Entwicklung einer realistischen Perspektive und Anbindung an die Regelsysteme der Kinder- und Jugendhilfe. Die Erziehungskompetenz der Eltern soll gestärkt werden. Auch Hausbesuche werden durchgeführt. In der Anlaufstelle beim DAZ werden zudem Möglichkeiten der Freizeitgestaltung mit Gleichaltrigen geschaffen.

Gangway e.V.: Übergangsmanagement an der Schnittstelle von Untersuchungshaft und Jugendhilfe. Noch während der U-Haft sollen mit den Inhaftierten die Rahmenbedingungen für die Zeit nach der Entlassung geklärt werden (Kontakt zum Jugendamt, Unterbringungssituation, Beratungsangebote vermitteln). Dies ist besonders wichtig, wenn junge Geflüchtete hier keine Familienangehörigen haben. Durch eine engmaschige sozialpädagogische Betreuung sollen Drehtüreffekte und weiteres kriminelles Verhalten verhindert werden.

Durchbruch e.V.: Berufliche Orientierung und tagesstrukturierendes Angebot „Metallverarbeitung und Montage“. Das modular aufgebaute Qualifizierungsangebot ist auf sechs Monate angelegt. Es umfasst sechs in sich geschlossene berufliche Ausbildungsteile. Damit ist es für Geflüchtete geeignet, die keine dauerhafte Bleibeperspektive haben. Die einzelnen Module werden mit einem Prüfungsstück abgeschlossen. Die Teilnehmenden erhalten zum Abschluss ein Zertifikat und eine Dokumentation. Am Ende der Maßnahme besitzen sie damit bis zu sechs berufsspezifische Teilqualifikationen zur Weiterentwicklung für ihren weiteren beruflichen Werdegang.

Bildungsmanufaktur des Jugendkunst-und Kulturzentrums Schlesische 27: Die Bildungsmanufaktur des Trägers bietet von Montag bis Freitag tagesstrukturierende Angebote mit Berufsorientierung für junge Geflüchtete. Die Verweildauer beträgt jeweils rund 4 Monate. Jeder Tag beginnt mit eineinhalb Stunden Deutschunterricht. Darauf folgen vier Stunden in Holz-, Glas-, Metall-, Keramik und Kunststoffwerkstätten. Für die erfolgreiche Teilnahme gibt es ein Zertifikat der Handwerkskammer Berlin. Darüber hinaus finden Besuche in Betrieben statt. Die Arbeit in den Werkstätten wird u. a. von Künstlern und Designern begleitet. Eine interkulturelle Kochschule mit gemeinsamen Mittagsessen fördert das Gemeinschaftsgefühl und tragfähige positive Beziehungen.

Kick-School-Team in Willkommensklassen der Oberstufenzentren. Anknüpfend an die Erfahrungen des bisherigen „KICK-School-Teams“ der Sportjugend Berlin und der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit, wird ein mobiles Team von erfahrenen Sozialpädagogen und Poli-zeibeamten Workshops an OSZEs mit Willkommensklassen abhalten. Ziel ist die Vermittlung von Normen, Rollen, Werten und Gesetzen. Das Team arbeitet mit Rollenspielen, Übungen, kleinen Inszenierungen und diversen Sportangeboten. Selbst-Fokussierung und Konzentration werden gefördert, Regeln, Fairplay und angemessene Konfliktregelungen betont.

„Berliner Koordinierungsstelle“ zur Entwicklung flexibler (stationärer) Hilfesettings für Kinder und Jugendliche mit komplexem Hilfebedarf. Die Stelle wird neu geschaffen. Manche Jugendliche, sprengen aufgrund ihres Verhaltens und/oder psychischer Beeinträchtigungen das soziale Gefüge in Jugendhilfeeinrichtungen, so dass es immer wieder zu Entlassungen kommt. Die Koordinierungsstelle arbeitet mit einem Trägernetzwerk aus den Bereichen Hilfen zur Erziehung und Jugendsozialarbeit sowie den Jugendämtern zusammen. Ziel der Koordinierungsstelle ist es, sich wiederholende Entlassungsmuster zu durchbrechen sowie ein auf den individuellen Bedarf des Jugendlichen zugeschnittenes und tragfähiges Hilfeangebot zu erarbeiten.

Clearingstelle – Netzwerke zur Prävention von Kinder- und Jugenddelinquenz (Stiftung SPI): Die Stelle wird personell verstärkt. Sie soll Gespräche zwischen Jugendhilfe, Schule, Polizei und Justiz in Berlin anregen, Fachkräfte und ehrenamtliche Helfer beraten und weiterqualifizieren.

Veröffentlicht unter Abschiebung von Asylbewerbern/Flüchtlingen - ترحيل اللاجئين, Asylbewerber طالبي اللجوء, Flüchtlinge - اللاجئين, ISLAM Islamists Islamismo الإسلامية al-ʾislāmiyyah إسلام سياسي ʾIslām siyāsī, Solidarität statt Ausgrenzung – Flüchtlinge willkommen!, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (umF)

Bildungs- und Jobangebote für Geflüchtete und Migranten

Die ABBV GmbH, Akademie für Bildung, Beruf und Verkehr ist ein Neuköllner Bildungsträger und hat durch Kooperationen mit Berliner Arbeitgebern (keine Zeitarbeit) ca. 500 Jobangebote (sozialversicherungspflichtig, Vollzeit) in den Branchen Personen- und Güterkraftverkehr, Kurierdienst sowie Altenpflege und Betreuung anzubieten. Voraussetzung für die Aufnahme von Interessenten in das Programm ist lediglich das Sprachniveau A2 und der Bezug von Arbeitslosengeld II durch ein Jobcenter. Alle weiteren Voraussetzungen können durch Bildungsgutschein finanzierte Bildungsmaßnahmen erworben werden.

KONTAKT: 0176 1041 9109

Angebote:

Schulabschlusskurse (Bildungsgutschein-finanziert):

1. Vorbereitung auf einen Beruf in der Pflege mit Erwerb der Berufsbildungsreife (ehem. HSA), 04.09.2017-04.06.2018
2. Vorbereitung auf einen Beruf in der Gastronomie mit Erwerb der Berufsbildungsreife (ehem. HSA), 04.09.2017-04.06.2018
3. Vorbereitung auf einen Beruf im kaufmännischen Bereich mit Erwerb der Berufsbildungsreife (ehem. HSA), 04.09.2017-04.06.2018
4. Vorbereitung auf einen Beruf im sozialen Bereich (MSA) s. Flyer, 04.09.2017-10.08.2018

Schulabschlusskurse (ESF-finanziert)

1. Nachträglicher Erwerb des (MSA), 04.09.2017-31.07.2018
2. Nachträglicher Erwerb des (MSA) für junge Mütter und Väter, 04.09.2017-31.07.2018
3. Nachträglicher Erwerb des (MSA) für junge Migranten, 04.09.2017-31.07.2018

Die Info-Veranstaltungen zu den Schulabschlusskursen finden statt:
Wann: am 17.07.2017, um 10 Uhr oder am 31.08.2017, um 15 Uhr
Ort: ABBV GmbH, Karl-Marx-Str. 255, 12057 Berlin; 2.Etage
Dauer: ca. 1 Stunde

Bildungsmaßnahmen (ESF-Finanzierung):
1. Berufliches Deutsch für die Pflege in Vorbereitung einer Ausbildung zum Altenpfleger/ zur Altenpflegerin (s. Flyer), 04.09.2017-14.03.2018
2. Deutsch für den Beruf und Betreuungskraft nach § 53c SGB XI (s. Flyer), 18.09.2017-21.03.2018

Veröffentlicht unter Abschlussorientierte Qualifizierungen mit integrierter Sprachförderung, AG-F+M Arbeitsgruppe Flucht+Menschenrechte منظمة لمساعدة اللاجئين و حقوق الانسان, Arbeitsmarkt für Flüchtlinge, Asylbewerber طالبي اللجوء

Merkels Obergrenze

Ein Kommentar von Ludwig Greven

Mit einem Video, und interaktiven Fakten zur Flucht über das Mittelmeer, welche Routen genutzt wurden und jetzt genutzt werden, welche davon die gefährlichsten Wege sind und wie viele Menschen bei der Flucht sterben, aus welchen Ländern die Bootsflüchtlinge kommen und so weiter . . .

Europa schottet sich ab

Zum Zeit Artikel klick hier

Veröffentlicht unter Asylbewerber طالبي اللجوء, Europäisierung oder Islamisierung?, Flüchtlinge - اللاجئين, ISLAM Islamists Islamismo الإسلامية al-ʾislāmiyyah إسلام سياسي ʾIslām siyāsī

DISKUSSION: Wie wir uns mit übertriebener Toleranz und angeblicher Religionsfreiheit selbst Schaden und die innere Sicherheit gefährden

Screen Shot 2017-07-16 at 7.11.10 PM

Von Christian Zimmermann
Vorstandsmitglied des Deutschen Solidaritätskomitees für einen freien Iran

Die Prävention gegen Extremismus in den Hände von Extremisten – ein Skandal

Bundesregierung kämpft mit Extremisten gegen Extremismus: Ausgerechnet mit ausgemachten Unterstützern iranischen und internationalen Terrors will die Bundesregierung gegen die Radikalisierung von Muslimen in Deutschland vorgehen. Ende Juli soll ein dreitägiger Workshop gegen Extremismus stattfinden, der von Organisationen getragen wird, die teilweise direkt der iranischen Führung unterstehen. Wortreicher Titel der Veranstaltung: „Islamverständnis zwischen Rationalität und Radikalität – Historisch-theologische Hintergründe und soziale Herausforderungen“.Förderer: Das von Katarina Barley (48, SPD) geführte Familienministerium, im Rahmen des Programms „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“.

Zum vorliegendem Fall der finanziellen Unterstützung von Terrorzellen

Es häufen sich die Fälle, dass auf staatliche Kosten Extremismusbekämpfung in die Hände von Vertretern des Extremismus gegeben wird. Dieser Skandal ist scheinbar kein Zufall oder ein Versehen aufgrund von Unkenntnis, sondern geschieht bewusst.

Ein sunnitischen Junge will ein Attentat begehen und wird noch vor der Tat entdeckt. Die Aufarbeitung seiner Radikalisierung wird in die Hände eines Salafisten gegeben. Es soll ein bedauerlicher Fehlgriff gewesen sein.

Nun recherchiert die BILD, dass das Familienministerium mit über 18.000€ einen dreitägigen Workshop finanziert , der von dem al Mustafa Institut in Berlin veranstaltet wird. Im Juli empfing der Bundespräsident den iranischen Außenminister Sarif , der mehrfach den Holocaust leugnete , zur Vernichtung des Staates Israel aufruft . Immer wieder stößt man auf Fälle, doch alle einer gewissen Systematik folgen, nämlich gerade mit denen den Kontakt zu suchen und Lösungsansätze zu verfolgen, die selbst Teil des Problem sind. Darüber hinaus scheint dieses Vorgehen, gerade dort zu passieren, wo SPD, Linke und Grüne das Sagen haben.

Aktuelles Beispiel ist wieder einmal der Iran und seine verlängerten Arme in Deutschland. Der Iran betreibt außerhalb seiner Grenzen eine mehrstufige Poilitik der Einmischung in andere Staaten und Gesellschaften. Dies beruht auf dem Ziel der Verfassung , den zugrundeliegenden Mahadismus, eine extrem fundamentalistische Richtung des schiitischen Islam in die Welt zu exportieren , um sie letztlich zu „befreien“. Dazu betreibt der Iran militärisch die Qudseinheiten der Revolutionsgarden, die neben der Hisbollah und der Hamas noch viele schiitische Milizen befehligt und finanziert. Daneben betreibt er über seine Auslandsbotschaften ein breites Netz von geheimdienstlichen Tätigkeiten. Drittens betreibt der Iran ein weltumspannendes Netz von religiösen und kulturellen Insitutionen, deren Ziel die Verbreitung seiner extremen Ideen ist. Dazu gehören ca. 150 Ableger der al Mustafa Universität weltweit, eines davon ist die Al Mustafa Institut in Berlin.

Genau dieses Institut veranstaltet nun einen Workshop zum Thema: Islam zwischen Rationalität und Radikalität.
Ziel soll zu allererst die Vermittlung eines „rationalen Islamverständnisses im Vergleich zu einer radikalen Interpretation der Schriftquellen“ sein.

Dieser anscheinend „moderaten“ Herangehensweise wiederspricht jedoch die praktische wie auch theoretische Ausrichtung des Institutes, dass sich vollständig auf den Willen des Großen Führers Chameni beruft. Und hier haben wir es mit der Unterstützung jenes extremen islamischen Fundamentalismus zu tun, der weltweit Terror in die Gesellschaften trägt.

Das diese Aktivitäten nicht verboten, sondern auch noch staatlich finanziert werden, ist ein Skandal und beweist einmal mehr, wie wir uns mit übertriebener Toleranz und angeblicher Religionsfreiheit selbst Schaden zufügen und die innere Sicherheit gefährden. Der Dialog mit diesen Kräften ist falsch und verstärkt nur deren terroristischen Aktivitäten und das Gefühl einer Überlegenheit und Berechtigung, in unsere Gesellschaft einzugreifen.

Da hilft nur Aufklärung und gemeinsamer PROTEST

——-
 
Weitere Information:
Al-Mustafa-Moschee in Neukölln Prediger in Berlin feiert libanesischen Terroristen
Das Berliner Al-Mustafa-Institut und seine Verwicklung mit dem antisemitischen Al-Quds-Tag der Mullahs

Veröffentlicht unter Abschiebung von Asylbewerbern/Flüchtlingen - ترحيل اللاجئين, Asylbewerber طالبي اللجوء, Aufklärung über den Islam, Flüchtlinge - اللاجئين, ISLAM Islamists Islamismo الإسلامية al-ʾislāmiyyah إسلام سياسي ʾIslām siyāsī

Gesetz ist beschlossen: Eingeschränktes Burka-Verbot in Bayern

Verschleierte TraurigkeitGesichtsschleier wie Burka und Nikab sind in Bayern ab dem 1. August in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens verboten.

Der Landtag billigte am Donnerstag mit den Stimmen von CSU und Freien Wählern den entsprechenden Vorstoß der Staatsregierung. Gesichtsschleier sind damit künftig unter anderem für Beamte und Angestellte im Öffentlicher Dienst, an Hochschulen und Schulen, in Kindergärten und Kinderkrippen sowie in Wahllokalen verboten. Gemeinden haben zudem freie Hand, Burka und Nikab bei Vergnügungsveranstaltungen oder Massenansammlungen in Einzelfällen zu verbieten.

Veröffentlicht unter Asylbewerber طالبي اللجوء, Aufklärung über den Islam, Europäisierung oder Islamisierung?, Flüchtlinge - اللاجئين, Gleichberrechtigung I د جندر مساوات I Gender equality I المساواة بين الجنسين, ISLAM Islamists Islamismo الإسلامية al-ʾislāmiyyah إسلام سياسي ʾIslām siyāsī, Islam und Menschenrechte

Die Story von Amed aus Flensburg, der sich offen als Ex-Muslime (Atheist) bekennt und dafür nicht nur von Muslimen bestraft und bedroht wird

„Wenn islamistischer Terror nichts mit dem Islam zu tun hat, warum gehen die ganzen friedlichen Muslime dann nicht auf die Strasse, um dagegen zu demonstrieren?“ ist eine von vielen Fragen die Amed stellt.

PROTOKOLL AHMED SHERWAN, 7.7.2017

Amed Sherwan ist in Erbil in Kurdistan (Nordirak) geboren und aufgewachsen. Durch unangenehme persönliche Erlebnisse mit dem Islam und das Lesen religionskritischer Texte ist er mit 14 Jahren zu der Überzeugung gelangt, nicht mehr an Gott zu glauben. Seine Eltern haben sich durch den Druck der Nachbarn daraufhin gezwungen gesehen ihn anzuzeigen und damit die Hoffnung verknüpft, ihn von seinem Irrglauben befreien zu können. Er ist deshalb schon mit 15 Jahren als Ex-Muslim inhaftiert und gefoltert worden. Aufgrund seines jungen Alters hat der Fall viel Aufmerksamkeit erregt und Dank des öffentlichen Drucks ist Amed frei gekommen. Der hohe Bekanntheitsgrad des Falles und die daraus resultierenden Anfeindungen haben den Alltag für Amed anschließend allerdings so gefährlich gemacht, dass Menschenrechtsorganisationen ihm zur Flucht geraten haben.

Amed lebt seit 2014 in Deutschland. Ende 2015 hat er sich bereits sehr aktiv in dem überregional bekanntgewordenen Projekt »Refugees Welcome Flensburg« am Bahnhof in Flensburg engagiert. Amed spricht Kurdisch (Sorani), Arabisch, Englisch und Deutsch und ist auch noch nach Ende des großen Ansturms regelmäßig neben der Schule als Dolmetscher in dem Projekt aktiv gewesen.

Ab Januar 2017 hat Amed ein Praktikum bei der Flüchtlingshilfe gemacht mit einer sehr lockeren Arbeitsvereinbarung, bei Bedarf mit Übersetzungen aushelfen zu können. Je nachdem, wie viel Zeit ihm die Schule gelassen hat, hat Amed vor Ort ausgeholfen oder zu Ämtern oder Arztbesuchen begleitet. Die Arbeit hat ihm sehr viel Spaß gemacht und er hat viel positives Feedback bekommen.

Die Flüchtlingshilfe hat in dieser Zeit unter dem Titel »Moin Flensburg!« in Zusammenarbeit mit der Stadt Flensburg ein Magazin von und für Geflüchtete rausgegeben. Für die erste Ausgabe hat Amed einen Artikel in Sorani und Deutsch verfasst. In dem Beitrag »Atheismus als Fluchtgrund« schildert er seine Erlebnisse im Irak und wie froh er darüber ist, endlich in einem Land zu leben, wo Glaube Privatsache ist und er sowohl muslimische, christliche als auch atheistische Freunde hat.

Das Magazin ist Anfang Ende März 2017 erschienen und bei einer Pressekonferenz vorgestellt worden, von der Amed gar nichts gewusst hat. Im Vorfeld hat es in der Redaktionsgruppe einige Unstimmigkeiten gegeben, weil Amed sich mit dem Vorschlag »Moin Flensburg« gegenüber dem Vorschlag der arabischen Teilnehmer »Salaam Flensburg« mit der Begründung durchgesetzt hat, dass es schließlich auch Geflüchtete gäbe ohne religiösen Hintergrund oder aus anderen Teilen der Welt. Dass Amed sich damit durchgesetzt hat, hat Unmut ausgelöst. Amed hat sich entschieden aus der Redaktion auszutreten. Der Anfang April in der lokalen Presse erschienene Artikel, in dem Ameds Artikel hervorgehoben wird, ist ihm deshalb gar nicht bekannt gewesen. Laut Aussage der städtischen Mitarbeiterinnen im Projekt, sind die arabischen Mitarbeiter im Projekt sehr wütend darüber gewesen, dass ausgerechnet Ameds Artikel Erwähnung gefunden hatte.

Als Amed am 3. April in der Flüchtlingshilfe erscheint, wird er von einem ehrenamtlichen arabischen Mitarbeiter (selbst ein Fluechtling aus dem Yemen), der ebenfalls am Magazin mitgewirkt hat, lautstark und vor allen Leuten verbal angegriffen, er solle dort nicht mehr arbeiten. Er habe in dem Artikel gängige Vorurteile über islamische Länder bestätigt und damit den Islam negativ dargestellt. Die Stimmung ist extrem bedrohlich und Amed sucht sich sofort Hilfe bei einer hauptamtlichen Mitarbeiterin. Diese bemüht sich, die beiden zu einem Klärungsgespräch an einen Tisch zu bekommen, der Angreifer weigert sich aber mit den Worten, mit so jemandem wolle er nicht in einem Raum sein. Das Überwachungsvideo dieser Situation existiert leider nicht. Die Aussagen der Mitarbeiterin decken sich aber mit denen von Amed.

Am 6. April geht Amed wieder in die Flüchtlingshilfe. Er wird gleich bei Ankunft darum gebeten, bei einem Gespräch zu dolmetschen. Er ist in der Übersetzungssituation, als der gleiche ehrenamtliche Mitarbeiter völlig unvermittelt dazwischen geht, ihn zur Seite schubst und ihm sagt, er solle die Einrichtung verlassen, sonst werde er ihm den Kopf abschneiden. Auch wenn er dafür nach Jemen abgeschoben werde, dann aber mit seinem Kopf.

Amed ist erschüttert und sucht sofort Hilfe bei einem der anderen Praktikanten sowie einem Vorstandmitglied, das vor Ort ist. Beide verweigern ein Gespräch mit dem Hinweis, er müsse mit dem Geschäftsführer sprechen, der aber noch in Urlaub sei. Als ein hauptamtlicher Mitarbeiter erscheint und Amed ihn ansprechen möchte, geht das Vorstandsmitglied mit den Worten dazwischen, die Situation sei ihm Griff, und schickt den Mitarbeiter weg.

Amed versucht etwa eine halbe Stunde verzweifelt Gehör zu finden, wird aber überall abgewiesen. Während dessen spricht der ehrenamtliche Mitarbeiter sichtlich erregt und stark gestikulierend auf Arabisch auf die Anwesenden ein. Zuletzt verlässt Amed die Einrichtung. Diese ganze Situation ist auf dem Überwachungsvideo dokumentiert und deckt sich haargenau mit Ameds Schilderung.

Amed geht direkt nach dem Vorfall zur Polizei und zeigt die Drohung an. Er empfindet die Situation als sehr bedrohlich und will sich damit vor Angriffen schützen. Er nimmt danach aber auch sofort Kontakt zum Geschäftsführer der Flüchtlingshilfe auf und bittet um eine Klärung der Situation.

Am 9. April trifft Amed sich mit dem Geschäftsführer. Dieser bittet Amed sich der Einrichtung bis zu einer Klärung fernzuhalten, um den Konflikt nicht zu eskalieren. Er verspricht Amed, sich um ein Klärungsgespräch zwischen den beiden zu kümmern. Der Geschäftsführer erzählt Amed außerdem, dass er mit allen an dem Tag arabischsprechenden Anwesenden gesprochen habe. Sie hätten alle ausgesagt, dass der ehrenamtliche Mitarbeiter keine Morddrohung ausgesprochen habe.

Die einzige weibliche arabischsprachige Zeugin des Vorfalls, die weder vom Geschäftsführer noch von der Polizei zu dem Vorfall befragt worden ist, obwohl sie durchgehend auf dem Überwachungsvideo zu sehen ist, erzählt einer Befreundeten Araberin, sie sei dabei gewesen, als Amed aus der Flüchtlingshilfe rausgeschmissen worden sei, weil er schlecht über den Islam gesprochen habe. Auf die Nachfrage, ob sie Gotteslästerliches aus Ameds Mund gehört habe, antwortet sie, nein, aber das habe der ehrenamtliche Mitarbeiter ihr so erklärt.

Das versprochene Klärungsgespräch kommt wochenlang nicht zustande. Inzwischen verbreitet sich das Gerücht in Flensburg, Amed habe Allah beschimpft und sei deshalb aus der Flüchtlingshilfe rausgeschmissen worden. Amed wird nicht mehr gegrüßt und auf der Straße böse angeguckt. Amed leidet sehr unter dieser Vorverurteilung und bittet regelmäßig um ein Gespräch, wird aber 30 Tage lang vertröstet. Der ehrenamtliche Mitarbeiter wird zwischenzeitlich als Bundesfreiwilligendienstler eingestellt.

Amed bittet den Geschäftsführer erneut um das versprochene Gespräch, dieser meldet ihm zurück, der Bufdi wolle nicht an einem Klärungsgespräch teilnehmen und sähe auch keinen Grund dafür, weil der Konflikt kein Thema mehr in der Einrichtung sei. Als Amed daraufhin fragt, ob er dann wieder kommen könne, verneint der Geschäftsführer, das müsse er erst abklären.

Amed wartet weitere 10 Tage und hakt nach, ob eine Entscheidung gefallen sei. Als Reaktion darauf, bekommt er per Mail ein offizielles Hausverbot zugeschickt. Er entscheidet sich daraufhin dazu, die Situation in einem offenen Brief an die Flüchtlingshilfe öffentlich zu machen.

Der Brief erhält sehr viel Resonanz und die Flüchtlingshilfe antwortet mit einer Stellungnahme. Es gibt einen Artikel in der lokalen dänischen Tageszeitung. Die Stadt schaltet sich als Vorgesetzte des Bundesfreiwilligendienstlers ein und zwingt diesen dazu, an einem Mediationsgespräch mit Amed teilzunehmen.

In einem Interview mit der Welt äußert die Polizei die Vermutung, Amed habe den Konflikt lediglich inszeniert als Reaktion darauf, dass der freiwillige Mitarbeiter ihn wegen Unzuverlässigkeit gerügt habe.

Tatsächlich hat Amed bisher nur einen Begleitungstermin nicht wahrnehmen können. Er ist kurz davor operiert worden und hat plötzlich stark nachgeblutet und ist dadurch ausgefallen ohne absagen zu können. Er hat das aber sofort mit dem Betroffenen klären können und dem Termin schon lange vor dem Konflikt nachgeholt.

Das Mediationsgespräch kommt nach einigen Vorgesprächen erst am 23. Juni zustande. In der Zwischenzeit wird Amed weiterhin in der lokalen Community ausgegrenzt, erhält in den sozialen Medien aber überregional Unterstützung.

Das Mediationsgespräch verläuft ohne Ergebnis, ein weiteres Gespräch wird vereinbart, bei dem gemeinsam das Überwachungsvideo angeschaut werden soll. Nach dem Gespräch schickt die Flüchtlingshilfe eine Mail an jemanden, der diese Korrespondenz sofort auf Facebook veröffentlicht. Darin steht, Amed habe im Mediationsgespräch gesagt, er könne sich nicht mehr wirklich daran erinnern, ob er die Morddrohung gehört habe. Glücklicherweise hat Amed aber eine Zeugin und Tonbandaufnahmen des gesamten Gespräches, die belegen, dass er so etwas nie gesagt hat. Es bleibt fraglich, woher diese Falschinformation stammt.

Ende Juni erhält Amed die Mitteilung der Staatsanwaltschaft, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt sei, weil weder das Beweismaterial noch die Aussagen der hauptamtlichen Mitarbeiter noch der arabischsprachigen Zeugen Ameds Darstellung bestätigt hätten und der Beschuldigte den Vorwurf widersprochen habe.

Amed findet über sein Netzwerk eine arabischsprachige Lippenleserin für das Überwachungsvideo. Das Ergebnis steht noch aus.

Am 5. Juli wird Amed von einem bisher befreundeten Kurden auf der Straße bedroht. Er solle aufhören, den Islam zu beschimpfen, sonst werde er ihn umbringen. Der Angreifer gibt die konkrete Drohung zwar nicht, aber seinen verbalen Angriff später in einer schriftlichen Nachricht zu.

Veröffentlicht unter Asylbewerber طالبي اللجوء, Aufklärung über den Islam, Flüchtlinge - اللاجئين, Gleichberrechtigung I د جندر مساوات I Gender equality I المساواة بين الجنسين, ISLAM Islamists Islamismo الإسلامية al-ʾislāmiyyah إسلام سياسي ʾIslām siyāsī, Islam und Menschenrechte, Solidarität statt Ausgrenzung – Flüchtlinge willkommen! | 1 Kommentar

Jobcenter Treptow-Köpenick: arabisch/farsi Lotsen / Sprechstunden Treptow-Köpenick

In den Sommermonaten findet die farsi/pashto/urdu Sprechstunden des Jugendmigrationsdienstes in Kooperation mit den Integrationslotsen an folgenden Daten statt:

Montag den 17. Juli 10 – 12 Uhr
Montag den 14. August 10 – 12 Uhr

und

Montag den 28. August 10 – 12 Uhr

Danach wie gewohnt jeden 2. und 4. Dienstag 10-12 Uhr.
Jugendmigrationsdienst Neukölln / Treptow-Köpenick

c/o Villa Offensiv
Hasselwerderstr.38-40
12439 Berlin
m.lucas@diakoniewerk-simeon.de
Tel: 0172-3189166

JOBCENTEREINSATZ LOTS_INNEN

Zudem wird wieder ein arabischsprachiger Lotse/eine arabischsprachigee Lotsin am Jobcenter Treptow-Köpenick in der Eingangszone

ab dem 13.7. Di & Do 9-12 Uhr vor Ort sein.

Zudem ist regulär ein farsissprachiger Lotse jeden Dienstag von 9-12 Uhr dort vor Ort.

Viele Grüße,

Ain El Hayat Zaher

Projekt-Koordinatorin Integrationslots_innen für Treptow-Köpenick

Veröffentlicht unter Abschiebung von Asylbewerbern/Flüchtlingen - ترحيل اللاجئين, Arbeitsmarkt für Flüchtlinge, Asylbewerber طالبي اللجوء, Ausbildungsplätzen für Geflüchtete, Ehrenamtlich Flüchtlinge unterstützen helfen Berlin Köpenick, Flüchtlinge - اللاجئين, Flüchtlingsbürgerämter I Berlin, Vorbereitung Beruf

VIDEO: Solution for Syria en route: ‘Democratic Federation of North Syria’

4.7.2017, Berlin: We met Sinam Mohamed, Foreign Affairs Representative of the Rojava Self-Ruled Democratic Administration. She informs about the actual situation on the ground of northern Syria and explains what the Democratic Federation of North Syria is all about, and why it is a role model for all of Syria.

Veröffentlicht unter Asylbewerber طالبي اللجوء, Europäisierung oder Islamisierung?, Flüchtlinge - اللاجئين, Gleichberrechtigung I د جندر مساوات I Gender equality I المساواة بين الجنسين, ISLAM Islamists Islamismo الإسلامية al-ʾislāmiyyah إسلام سياسي ʾIslām siyāsī, Kurdistan, VIDEO